Unser wöchentliches Update zu News und Meinungen rund um die Digitalisierung abseits der Metropolen.

In unserem letzten Weekly vor Weihnachten geht es um digitale LandwirtInnen, eine sympathische Mitmachinitiative aus Niederbayern, Greta Thunberg und einen tollen digitalen Adventskalender.

Smart Farming – Geht nur gemeinsam mit den LandwirtInnen!

Worum geht’s? Der ländliche Raum wandelt sich. Sensoren für die Vermessung der Bodenfeuchte, digitale Hofverwaltung und Drohnen, die Luftdaten übermitteln sind längst keine Seltenheit mehr auf Deutschlands Feldern. Ohne digitale Infrastruktur geht hier gar nichts. Das weiß auch der Bund und hat in einer aktuell veröffentlichten Publikation versichert, „dass ländliche Regionen Anschluss an die Digitalisierung bekommen“. Insgesamt 17,1 Milliarden Euro stehen dafür im Rahmen der EU-Förderung ELER bereit.

Die Rede ist von Digital oder Smart Farming. Für die Bundesregierung bedeutet das: Ertragreichere Ernten dank eines optimierten Anbaus. Große IT-Konzerne und Saatgutunternehmen, die den LandwirtInnen Komplettangebote präsentieren, wurden dazu aufs Feld geholt: Sie liefern die Sensorik in den Böden, die dazu passenden vernetzten Landmaschinen und das Saatgut gleich mit. 

Eine Win-win Situation also? Nicht unbedingt! Denn: Viele Bäuerinnen und Bauern sehen die Abhängigkeit von einem Großkonzern eher skeptisch. Auch befürchten sie Monokulturen auf dem Feld. Die auf Absatz optimierten Digital Farming Konzepte der IT-Unternehmen lassen wenig Spielraum für Nachhaltigkeit und qualitative Bodennutzung. 

Und die Lösung? Liegt darin, die Digitalisierung in der Landwirtschaft mit den LandwirtInnen gemeinsam zu gestalten! Wichtig ist vor allem, dass diese die Hoheit über ihre eigenen Daten behalten. Dann nämlich sind sie von keinem Dienstleister oder Lieferanten abhängig (mehr dazu: ZDF).

Zeigt eine Drohne vor einem Feld

Digitale Patientenakte noch nicht in Sicht

Sie sollte bis 2021 kommen: Die digitale Patientenakte für alle. So jedenfalls hat es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplant. Der Politiker hat bereits einige Gesetze dafür auf den Weg gebracht. 

Zum Beispiel? Alle niedergelassenen ÄrztInnen in Deutschland müssen sich an das sogenannte Telematik-Datennetz anschließen. Das soll alle Akteure im Gesundheitswesen miteinander verbinden. Tun sie das nicht, müssen sie Strafe zahlen: 1 Prozent des jeweiligen Arzt-Honorars, ab März 2020 sind es dann 2,5 Prozent. Nicht wenige MedizinerInnen nehmen diese Strafe aber in Kauf.

Warum? Weil sie den Datenschutz für ihre PatientInnen nicht gewährleistet sehen. Ein Thema, das bisher auch noch nicht ausreichend geklärt ist. Und für das auch noch keine rechtlichen Grundlagen existieren. Ulrich Kelber, Datenschutzbeauftragter des Bundes sagte dazu diese Woche im Interview mit dem Tagesspiegel: „Es muss geklärt sein, wer genau wann welche Daten einstellen darf und wer sie zu Gesicht bekommt.“ Erst dann wird es die digitale Patientenakte in Deutschland geben.  

Passend zu Digitaler Pflege – Digitale Wohlfahrt: Für unsere neue Podcastfolge haben wir Michael E. W. Ney vom DRK eingeladen. Er und Daniel Krüger sprechen über die Vereinbarkeit von Digitalisierung und Menschlichkeit, über „Silver Surfer“ und warum smarte Wohlfahrt auf dem Land manchmal gar nicht so einfach ist. Hört doch mal rein! Hier geht es zum Podcast.

Zeigt Michael E. W. Ney und Daniel Krüger

Übrigens: Für den Blog der Bertelsmann Stiftung, auf dem Themen rund um die Digitale Transformation besprochen werden, hat Michael hat auch einen Artikel geschrieben.

DPD, DHL & Co. feilen an Zustellprognose

Worum geht’s? Gerade jetzt vor Weihnachten ein Thema: Wann kommt das bestellte Geschenk genau? Je nach Zusteller sind die Vorhersagen mal mehr oder weniger zuverlässig. Auch die Zeitfenster variieren.

Das soll sich bald ändern! t3n hat aktuell berichtet, dass DHL, DPD, Hermes und Co. hohe Investitionen planen, damit die EmpfängerInnen bald genau wissen, wann der Paketbote da sein wird. Die Idee: Mittels digitalem Tracking sollen die Routen der AusliefererInnen minutengenau geplant und aktualisiert werden.

Wir sind gespannt, ob das Thema beim Weihnachtsshopping im nächsten Jahr schon ein bisschen weiter gekommen ist.

Plattform-Tipp der Woche

VKU KommunalDigital: https://kommunaldigital.de/

Was ist daran toll? Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat vor einiger Zeit diese Plattform eingerichtet, um Kommunen mit Startups und digitalen Unternehmen zusammenzubringen. Das finden wir großartig!

VKU Kommunal Digital Leistungen

Initiativen der Woche

Stadt.Land.Digital: Zeigt, dass auch politisch was läuft. Die Initiative der Bundesregierung baut ihr Angebot weiter aus und bietet nun die erste kuratierte Sammlung zu Smart Cities und Smart Regions Inhalten an. Zu finden hier: Stadt.Land.Digital Gesamtliste.

Silicon Vilstal: Eine sympathische Mitmachinitiative aus Geisenhausen in Niederbayern. Durch ein breites gesellschaftliches Netzwerk sollen digitale Chancen ländlicher Regionen greifbar werden. So organisieren die TeilnehmerInnen unter anderem ein alljährliches Mitmachfestival auf einem historischen Bauernhof. Auch cool: Von 14. bis 15. März 2020 sind die Rural Design Tage geplant.

Event-Tipp der Woche

Save the date Vom 24. bis 26. April 2020 findet die Cowork Erfurt statt. Die dreitägige Veranstaltung ist die größte Konferenz zum Thema Coworking in der DACH-Region und gleichzeitig ein BarCamp. Organisiert wird das Event von der German Coworking Federation.

Zeigt Motiv von Coworking Konferenz und Barcamp 2020

Digitale Kommunikation

Greta Thunberg: Deutsche Bahn Fail

Was war los? Am 14. Dezember setzte Greta Thunberg einen Tweet ab, der sie in einem überfüllten Zugabteil der Deutschen Bahn zeigt. Soweit nichts Ungewöhnliches.

Erst die anfangs unbeholfene und dann schnippische Antwort der Deutschen Bahn ließ das Ganze zu einem Medienspektakel aufkochen.

Wer mehr darüber wissen möchte: Der Spiegel hat kurz danach einen ausführlichen Artikel dazu veröffentlicht.

Ein Twitter-Nutzer hat das ganz nett zusammengefasst:

Twitter sperrt Accounts der NRW Polizei

Was war los? Am 14. Dezember wurden vorübergehend elf Accounts von Kreispolizeibehörden in Nordrhein-Westfalen von Twitter gesperrt. Ihre Inhalte waren für NutzerInnen nur eingeschränkt erreichbar.

Warum? Das ist bis heute nicht ganz klar. Beim Aufrufen der betroffenen Seiten erhielten UserInnen lediglich den Hinweis, dass von dem Account „verdächtige Aktivitäten“ ausgingen. 

Ist ja nur Twitter? Nicht nur für die Polizei in NRW werden soziale Medien immer wichtiger, denn die staatliche Kommunikation verlagert sich mehr und mehr ins Netz. Grund genug, sie entsprechend ernst zu nehmen.

Die Queen sucht eine/n Social Media ManagerIn

Stimmt wirklich: Über LinkedIn hat die Queen aktuell eine Stelle als Head of Digital Engagement ausgeschrieben.

Verdienst: 45.000 bis 50.000 Pfund pro Jahr (53.000 bis 59.000 Euro, je nach Erfahrung).

Arbeitszeit: 37,5 Stunden die Woche

Die taz jedenfalls schlägt vor, der Queen Instagram zu empfehlen. Das biete sich als bildorientiertes Medium eher an.

AdvenTOOLender

Kennt ihr schon den digitalen Adventskalender von Johanna Daher? Die Online-Redakteurin des MDR mit einer Leidenschaft für alles Digitale stellt darin jeden Tag ein hilfreiches Tool vor oder gibt digitale Tipps. 

Übrigens: Bei Digitale Provinz gibt es bald mehr von und mit Johanna. Ihr dürft gespannt sein!

Zeigt Johanna Daher und ihren AdvenTOOLender

Frohe Weihnachten von Digitale Provinz!

Wir verabschieden uns mit diesem ausführlichen Weekly in die Weihnachtsferien. Wir wünschen euch maximale Erholung im Kreise eurer Lieben und freuen uns auf ein digitales Neues Jahr 2020 mit euch! Das nächste Weekly gibt es dann wieder am 10. Januar 2020

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