Herzlich Willkommen zum heutigen Weekly! Schön, dass du mit dabei bist. Ich bin’s wieder, Johanna Daher. Heute habe ich diese digitalen Themen für dich:

Rekord: 3,48 Mrd. Leute auf Social Media

Zu Beginn direkt eine Frage: Nutzt du mindestens ein soziales Netzwerk? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch! Du bist eine*r von 3,48 Milliarden Personen weltweit. Denn so viele Menschen haben 2019 Social Media genutzt, es ist ein neuer Rekord. So lautet übrigens nur eine von vielen spannenden Zahlen aus dem neuen Report „Social Media Statistiken in Deutschland 2019“ von We Are Social und Hootsuite. Den möchte ich dir nämlich als Leseempfehlung mit auf den Weg geben.

Schau dir zum Beispiel mal die untere Grafik an – ich finde es persönlich total krass, wie unterschiedlich lange die Menschen in den jeweiligen Ländern im Durchschnitt pro Tag im Internet sind:

Im Podcast: Ulrich Bähr, CoWorkLand

In dem immer mehr Menschen online sind, können auch vermehrt digitale Projekte realisiert werden. Die hohen Userzahlen des eben vorgestellten Social Media-Reports verdeutlichen dabei: Nicht nur in Städten werden Internet, Social Media und Co. genutzt und konsumiert, sondern auch in den Provinzen. Eine Person, die dort aktiv ist, ist  Ulrich Bähr.

Er ist Projektleiter für die Heinrich-Böll-Stiftung in Schleswig Holstein und Initiator des Projekts CoWorkLand. Seine Mission: New Work und Coworking in die Provinz bringen. Pendeln und die klassische Neubau-Siedlung sind nicht mehr zeitgemäß, findet Bähr. Deshalb ist er ständig unterwegs, um Kommunen in Sachen New Work zu unterstützen und Coworking-Projekte auf den richtigen Weg zu bringen. Wie er das umsetzt, warum das wichtig ist und weshalb Coworking mehr bedarf, als Raum und Internet, hat er Daniel Krüger in unserer neuen Podcastfolge erzählt.

Digitale Dorfplätze für Einwohner*innen

Gleichzeitig gibt es auch einige Menschen, darunter vor allem aus einer älteren Generation, die das Internet nicht nutzen und dementsprechend von digitalen Projekten oft nicht mitgenommen werden. Das wollen die Diakonie Deutschland und die Internetplattform nebenan.de mit ihrem Projekt „Dörfer mit Zukunft“ ändern, schreibt das Magazin Wohlfahrt Intern.

Worum geht es? Die Diakonie Deutschland und nebenan.de wollen digitale Nachbarschaften in ländlichen Regionen aufbauen. Sie starten dabei mit fünf diakonisch-kirchlichen Einrichtungen und wollen vor allem die Menschen, die das Internet nicht nutzen, miteinbeziehen. Ziel ist es, dass sich die Dorfbewohner*innen in der digitalen Nachbarschaft vernetzen und persönlich austauschen.

Was haben sie genau vor? Teil des Projekts „Dörfer mit Zukunft“ ist, dass digitale Dorfplätze entstehen. Auf der Plattform nebenan.de bekommen die fünf ausgewählten Einrichtungen ein Profil, auf dem sie News und Veranstaltungen bekanntgeben und mit den registrierten Einwohner*innen plaudern können. Gleichzeitig soll es analoge Digitalcafés geben, in denen Interessierte Fragen stellen können und den Umgang mit dem Internet, Tablet und Co. gezeigt bekommen und somit lernen.

Wo wird das Projekt umgesetzt? Die fünf Einrichtungen, die innerhalb des Projekts gefördert werden, befinden sich laut Wohlfahrt Intern in:

  • Züssow (Mecklenburg-Vorpommern),
  • Weilrod (Hessen),
  • Hörstel (Nordrhein-Westfalen),
  • Bischofswerda (Sachsen) und
  • Ratzeburg (Schleswig-Holstein)

Ich finde es wirklich wichtig, dass bei der Digitalisierung niemand außen vor gelassen wird, sondern alle Menschen mit einbezogen werden. Deshalb gefällt mir die Idee, dass sich das Projekt auch an internetferne Menschen richtet und ihnen hilft. Gleichzeitig wirkt es auch wie ein kluger „Schachzug“ von nebenan.de – wobei das gar nicht so negativ gemeint sein soll. Ich spiele damit bloß darauf an, dass jemand nur Teil des digitalen Dorfplatzes werden kann, wenn er sich auf ihrer Seite registriert. Natürlich benötigt es irgendwo eine Hosting-Möglichkeit und Anlaufstelle, die das soziale Netzwerk bereitstellt, das ich ebenfalls klar. Ich selbst habe nebenan.de tatsächlich noch nie genutzt, laut Wikipedia hat die Plattform etwa 1,3 Millionen Mitglieder.

Schreib uns gerne mal in die Kommentare, ob du das Netzwerk schon einmal verwendet hast und wie deine Erfahrungen damit sind. Vielleicht sollte ich es mal testen, um dir hier mehr darüber erzählen zu können. Gerade weil das Projekt „Dörfer mit Zukunft“ jetzt erst gestartet ist und es in meinen Augen Potential für weitere Provinzen haben könnte. Wir verfolgen das Ganze für dich auf jeden Fall weiter und halten dich in unserem Weekly auf dem Laufenden.

Macht Google TikTok Konkurrenz?

Apropos neue Plattformen und soziale Netzwerke: Besonders spannend fand ich diese Woche den Tweet von Martin Fehrensen, Gründer des Social Media Watchblog:

Um zur Frage der Überschrift zu kommen: Ich persönlich denke „Nein“. Immerhin hat TikTok aktuell 800 Millionen monatlich aktive Nutzer*innen (5,5 Millionen davon sind aus Deutschland), Tangi wurde jüngst gelauncht. Die Idee, dass die Plattform vor allem für „How to“-Videos gedacht ist, finde ich aber wirklich spannend. Ich mag es total, wenn Inhalte einen Mehrwert für die User haben, sie dabei etwas lernen und zum Nachmachen angeregt werden. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, eine neue Zielgruppe zu erschießen, die weniger Unterhaltung, lustige Tänze und Influencer-Input möchte (auch wenn TikTok noch viel mehr Content hat, ich weiß). Diese thematische Spezialisierung kann der App aber trotzdem gut tun.

Aktuell gibt es Tangi nur für iOS, was in der Community für eine große Kritik-Welle sorgt. Gerade, weil Google sie gelauncht hat, ihr Android aber nicht mit der neuen App versorgt.

Shout out für den Rektor aus Wutöschingen

„Was für ein krasser Typ“, habe ich gedacht, als ich die Geschichte von Stefan Ruppaner im Magazin brand eins gelesen habe. Er ist Rektor der Alemannenschule in Wutöschingen, einem Ort mit knapp 6.700 Einwohner*innen in Baden-Württemberg. Seine Schule drohte geschlossen zu werden, daraufhin beschloss er das Konzept Schule und Unterricht anders zu denken. Und zwar funktioniert es bei ihnen jetzt so:

  • keine Klassenarbeiten, keine Klassenlehrer*innen, keine Klassen- und Lehrerzimmer
  • Schüler*innen = Lernpartner*innen, Lehrer*innen = Lernbegleiter*innen
  • keine Bücher, sondern iPads, auf denen sich die selbstentwickelte Plattform „DiLer“ befindet; in „DiLer“ sehen die Schüler*innen jederzeit wo sie stehen, was sie erreicht haben und was noch getan werden muss
  • kein Frontalunterricht, sondern altersübergreifende Lerngemeinschaften
  • statt Klassenarbeiten gibt es Gelingensnachweise, die nicht benotet werden, sondern als Mindest-, Fortgeschritten- oder Expertenstandard eingestuft werden

Stefan Ruppaner kommentiert bei brand eins: „Wenn ein Mensch jahrelang gern zur Schule geht, kann man gar nicht verhindern, dass er dabei eine Menge lernt.“ Seitdem hospitieren immer wieder Lehrer*innen in der Schule um von dem besonderen Konzept zu lernen. Dafür gab es 2019 sogar den Deutschen Schulpreis.

Eigene Spiele zum Thema „Repair“

Und weiter geht es mit kreativen Umsetzungen: Im Weekly von vergangener Woche habe ich dir ja vom Global Game Jam erzählt. Du weißt schon, der weltweit größte Wettbewerb für Spieleentwickler. In 48 Stunden wurden dieses Jahr von über 48.700 Personen Games realisiert. Großes, offizielles Thema: „Repair“, also reparieren. Die Spiele kannst du jetzt alle auf der Homepage des Events anschauen und spielen.

Ich selbst habe von der Hochschule Harz in Wernigerode aus mitprogrammiert. Um dir zu zeigen, was wir entwickelt haben und wie unser Spiel „Pairing“ funktioniert, habe ich dir dieses Video gedreht:

Event-Tipp: Kongress „Digitaler Staat“

Der Global Game Jam ist für dieses Jahr leider rum, dafür stehen noch viele weitere spannende Events 2020 an. Eines davon ist der Kongress „Digitaler Staat“ (3. bis 4. März 2020) in Berlin. Thematisch ist die Veranstaltung sehr breit gefächert: Von smarten Kommunen über das Onlinezugangsgesetz bis hin zu Künstlicher Intelligenz und digitalen Kundenzentren ist alles dabei. Veranstalter ist der Behörden Spiegel, eine überregionale Zeitung für den Öffentlichen Dienst. Hier geht’s zur Anmeldung/den Tickets.

Mach’s gut und bis bald!

Für heute war es das leider schon wieder mit dem Weekly. Schön, dass du mit dabei warst! Ich hoffe, wir lesen uns auch in der kommenden Woche wieder. Erzähle uns gerne in den Kommentaren, was du so zu den einzelnen Projekten und Themen denkst. Wie freuen uns von dir zu hören!

Und wie du vielleicht schon weißt: Am Ende gibt es hier immer noch einen besonderen Input. Dieses Mal ist es ein geleaktes Video vom noch unveröffentlichten Samsung Galaxy Z Flip, das auf Twitter aufgetaucht ist. Ob es so wirklich in die Läden kommen wird und wenn ja, wann? Wir werden sehen. Gemunkelt wird auf jeden Fall über den 14. Februar 2020. Am 11. Februar, also kommende Woche, könnte es beim Samsung-Event vorgestellt werden.

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