Das Wochenende ist fast da – das neue Weekly ist es schon! Ich, Susanne, habe wieder dieses Internetz für dich durchforstet und die wichtigsten News der letzten Tage recherchiert. Diesmal habe ich für dich:

Gemeinsam #hacken bei #WirVsVirus

Corona stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Die Bundesregierung hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen, um mit möglichst vielen Menschen zusammen Lösungen für den neuen teils absurden Corona-Alltag zu finden. Am vergangenen Wochenende fand der Hackathon #WirVsVirus statt, mit über 40.000 Teilnehmer*innen!

Worum geht’s: Bei einem Hackathon müssen Teilnehmer*innen innerhalb weniger Tage Lösungen für ein bestimmtes Problem finden. Schwarmwissen goes Projektmanagement, so lässt sich der Hackathon vielleicht am besten zusammenfassen. Bei #WirVsVirus drehte sich alles um Lösungen für das Corona-Virus. Unter den Challenges finden sich beispielsweise Fragen wie „Wie kommunizieren wir den Status in Supermärkten?“. Dabei geht es vor allem um Warenstand. Ich sage nur #Klopapier.

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Weitere Topics waren die transparente Kommunikation über den Status von Krankenhäusern, die Versorgung aller Bürger*innen mit Lebensmitteln und die Betreuung von Menschen ohne Internetzugang. Laut Bundeskanzler*innenamt handelt es sich bei #WirVsVirus um den bisher größten Hackathon ever. Deutschland zeigt endlich mal sein digitalstes Gesicht. Schade nur, dass es dafür eine Virus-Epidemie braucht.

Konkret bedeutet das: Zu diesen einzelnen Challenges haben die Entwickler*innen-Teams unterschiedliche Vorschläge ausgearbeitet. Mit dabei sind unter anderem diverse Hashtags, unter denen sich Menschen online vernetzen und dann offline helfen können oder die Spende von Rechenleistung für die #Corona-Forscher*innen.

Und jetzt: Jetzt geht es weiter! Viele der bisher eingebrachten Projekte sollen weiterentwickelt werden. Was auf jeden Fall jetzt schon ein großer Zugewinn ist? Die Gemeinschaft. Solche digitalen Großveranstaltungen sind gerade in Zeiten von Ausgangssperren und -verboten eine der großen Antworten auf Social Distancing und soziale Isolation. Fehlt nur noch die digitale Teilhabe aller und der Ausbau der nötigen Infrastruktur …

Mehr Infos findet ihr unter https://wirvsvirushackathon.org/ und bei Twitter.

Kommunalstudie 2019: Es wird.

Die deutschen Kommunen werden digitaler – das ist das zentrale Ergebnis der Kommunalstudie 2019. Im Gegensatz zu 2015 habe sich die Anzahl der smarten Kommunen mit einer Digitalstrategie nahezu verdoppelt. Das schreibt der Behördenspiegel. Ein Blick in die Studie zeigt, dass der Wille zu einer Digitalstrategie da ist, aber es an der Umsetzung teilweise hapert.

Worum geht’s: Die Kommunalstudie 2019 wurde von der Initiative Stadt.Land.Digital in Auftrag gegeben. Sie ist angegliedert an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Laut Stadt.Land.Digital ist die Studie die „einzige repräsentative Umfrage zum Thema Smart City“. Dafür wurden zwischen Oktober und November 2019 insgesamt 300 computergestützte Telefoninterviews durchgeführt. „Dabei wurden auch erstmals empirische Daten zu Datenplattformen und Cloud-Lösungen in den deutschen Kommunen erhoben“, so heißt es in der Pressemitteilung der Initiative.

Zusammenfassung: Laut Studie befinden sich fast acht von zehn Kommunen in der Strategiekonzeption oder -umsetzung. Außerdem halten neun von zehn Kommunen eine Digitalisierungsstrategie für sinnvoll. Besonders die größeren Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohner*innen treiben die Digitalisierung voran. Jede zweite von ihnen habe eine fertig entwickelte Digitalstrategie, so der Behördenspiegel. Hier hätten die westdeutschen Kommunen außerdem die Nase vorn. Spitzenreiter*innen seien Kommunen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern.

Der Anteil der Kommunen, die an der Konzeption oder Umsetzung von Digitalstrategien arbeiten, ist auf beinahe 80 Prozent gestiegen.“

Thomas Jarzombek, Beauftragter für die digitale Wirtschaft und Start Ups BMWi, Behördenspiegel, 24.03.2020

Die Verlierer*innen bleiben die kleineren Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohner*innen. Hier hat Deutschland noch einiges nachzuholen. Weniger als 20 Prozent der kleinen Kommunen haben eine fertige Digitalisierungsstrategie, nur 14 Prozent „sind in der Umsetzungsphase angekommen“, so der Behördenspiegel. Der Wille zur Digitalisierung sei laut Studie da, aber es fehle an finanziellen Ressourcen und fehlender Expertise. Hier könnte finanzielle Unterstützung durch Bund oder EU helfen, aber der bürokratische Aufwand sei häufig zu hoch #PassierscheinA38.

Und jetzt? Um die Umsetzung der Strategien weiter voranzutreiben, empfehlen die Studienmacher*innen einen Fünf-Punkte-Plan. Städte und Gemeinden, die sich gerade in der Konzeption einer Digitalstrategie befinden, sollen Unterstützung durch Checklisten und Leitfäden erhalten. Die 20 Prozent der Kommunen, die bereits in der Umsetzung sind, benötigen neben finanzieller Unterstützung auch konkrete Beispiele, wie eine Umsetzung aussehen könnte. Alle anderen sollen durch best-case-Szenarien zur Konzeption einer Digitalisierungsstrategie angeregt werden.

Ja, aber: Der Fünf-Punkte-Plan ist an sich eine gute Sachen, um Kommunen bei der Umsetzung weiter zu unterstützen. Best-Case-Szenarien reichen jedoch nicht aus, um kleinere Kommunen zu motivieren. Es fehlt vielen Kommunen einfach das Geld. Zahlreiche kleinere und größere Kommunen nähen ihren Haushalt auf Kante oder müssen teilweise auch mit Defizit-Haushalten arbeiten. Solange hier keine zusätzlichen Gelder fließen, die ohne großen bürokratischen und damit auch Ressourcen-fressenden Aufwand beantragt werden können, bleibt der kommunale digital gap.

Übrigens: Die komplette Studie findet ihr hier.

App DorfFunk wächst und wächst…

… und wächst! In unserem allerersten Weekly überhaupt haben wir über die App DorfFunk berichtet. Jetzt freuen sich auch acht Dörfer im Kreis Lippe über die App. Ab dem 3. April tauschen sich die Bewohner*innen digital aus. Das berichtet der WDR.

Worum geht’s: Die App DorfFunk funktioniert wie ein digitaler Marktplatz. Dorfbewohner*innen stellen Gesuche ein, bieten Hilfe an oder tauschen sich einfach miteinander aus. Gleichzeitig zeigt die App auch News aus den Schwestern-Apps DorfNews und DorfPages an. Die App ist auch der digitale Draht zur Gemeinde: Per Klick versenden die Nutzer*innen Anfragen, Beschwerden, you name it.

Hintergrund: Die App ist Teil des Projekts Digitale Dörfer des Fraunhofer Instituts. Insgesamt 34 (!) Dörfer gehören mittlerweile zu dem Projekt, das seit 2015 das Dorfleben digitaler gestalten will, darunter auch ostdeutsche Regionen wie die Lommatzscher Pflege in Mittelsachsen. Und gerade jetzt ist eine App wie diese ein richtig wichtiges Tool, um aktives Dorfleben aufrecht zu erhalten. Das haben auch die Kolleg*innen von Smart Country erkannt. Ihren Post zum Thema DorfFunk in Zeiten von Corona findet ihr hier.

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Streaming-Dienst Disney + ist da!

Seit Dienstag sind PC und Smart-TV ein bisschen bunter: Der Streaming-Dienst Disney + ist offiziell gestartet. Und Disney + hat alle ihre Freund*innen mit dabei. Mehr als 1000 Filme, Dokus und Serien bietet die Plattform, die neben Streaming auch Video-on-Demand anbietet. Das berichtet Deutschlandfunk Nova.

Konkret: Für 6,99 Euro im Monat gibt es das volle Programm aus den Universen von Disney, Pixar, Marvel, Lucasfilm (Star Wars+Indiana Jones) und National Geographic. Zu Disney gehören seit kurzem auch Teile von 21st Century Fox. Das bedeutet, dass unter anderem auch Inhalte wie die Simpsons und die Blockbuster-Reihe X-Men zum Angebot gehören. Außerdem bietet Disney + noch einen Jahrestarif für 69,99 Euro an. Wer sich vorab registriert hat, zahlt für das ganze Jahr nur 59,99 Euro.

Ja, aber: Ein bisschen das Design bei den Kolleg*innen Amazon Prime und vor allem Netflix abgekupfert und bisher nur wenig neues. Das sind laut Deutschlandfunk Nova so ziemlich die beiden großen Kritikpunkte an Disney+. Für Business Insider fehlen manche Filme und Serien in der Originalversion. Der Film Avatar sei nur in der deutschen Synchronisation vorhanden. Eines der Zugpferde wird sicherlich The Mandalorian sein, die Serie über einen zunächst namenlosen Mandalorianer, der einen Fünfzigjährigen suchen muss. Dieser entpuppt sich als Baby von der gleichen Spezies wie Meiser Yoda. Die Serie ist im Star Wars-Universum angesiedelt und Inspirationsquelle etlicher niedlicher Memes.

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In Planung sind laut ComputerBild außerdem die Serien The Falcon and the Winter Soldier und WandaVision ab Mitte des Jahres. Gerade jetzt in Zeiten von Homeoffice dürften etliche Eltern dankbar sein für leichten Zugriff auf kinderbegeisternde Disney-Filme.

Pianist Igor Levit spielt auf Twitter

Igor Levit ist nicht nur ein begnadeter Pianist. Er ist auch Citizen und European, sagt seine Homepage. Und laut Süddeutscher Zeitung ein linker Humanist und Glücksfall. Ein twitternder Glücksfall für uns. Mit insgesamt knapp 70.000 Follower*innen teilt er nicht nur seine Gedanken – sondern auch seine Auftritte. Seit der Corona-Epidemie meiden viele Menschen ihre Freund*innen, weil sie aus Solidarität wollen und manchmal auch weil sie müssen. Gegen den Quarantäne-Blues spielt Igor Levit an.

Seine Hauskonzerte kündigt er im Laufe des Tages auf Twitter an. Sich um 19 Uhr auf Twitter herumtreiben lohnt sich! Viele weitere Stars wie James Blunt versuchen auch, ihre Fans mit Video-Performances aufzuheitern. Ich finde: richtig coole Sache! Ich schaue mir lieber Performances meiner Lieblingskünstler*innen (nicht James Blunt, sorry) an statt Promi-Videos, die für Social Distancing werben. Ob ich in einer Zwei-Zimmer Wohnung lebe oder in einem 42-Zimmer-Anwesen mit Home Cinema und Pool residiere – das macht schon einen Unterschied, liebe Promis.

Tschüss & bis zum nächsten Mal

Auftritte von Pianist*innen und Pop-Stars sind übrigens nicht das einzige, was über Streaming möglich ist. Das Café Central in Magdeburg hat am Samstag ein DJ-Set mit Chris Renard von Soultunes Magdeburg veranstaltet. Die rein virtuellen Gäste bedankten sich teilweise mit einem Trinkgeld für Künstler und Café-Bar. Tolle Idee!

Foto: PR

Habt trotz Corona-Krise ein gutes Wochenende und genießt auch mal die Sonne – aber höchstens zu zweit, Leute! Passt auf euch auch, bleibt gesund und optimistisch. <3