Hallo zusammen! Heute ist nicht nur Freitag — heute ist auch Digitaltag! Was heute digital auf dem Programm steht und was sonst noch so passiert ist, habe ich — Susanne — für euch rausgesucht. Am Start sind in diesem Weekly:

Digitaltag 2020: Virtuelle Afterhour mit Digitale Provinz + was sonst so geht

Heute ist es soweit! Der Digitaltag 2020 wird heute den ganzen Tag mit einem unfassbar fetten Programm von 1.300 Webinaren, Streams, Workshops und so weiter laufen. Und wir sind natürlich auch dabei!

Zusammen mit Katja Diehl, Ute Schulze, Daniel Domscheit-Berg vom Verstehbahnhof, Helmut Ramsauer von Silicon Vilstal, Katja Bröckl-Bergner und Frederik Fischer laden wir zur virtuellen Afterhour ab 18 Uhr. Moderiert wird das Event übrigens von Daniel Krüger, Head of Digitale Provinz, und Anne Wihan, Social Media Redakteurin. Wir übertragen das Ganze via Twitter, also hängt ab 18 Uhr auf unserem Profil ab. Es wird gut, Leute!

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Was sonst noch geht?

Ich hatte im letzten Weekly schon einmal meine Favorites aus dem Programm gepostet. Hier sind noch ein paar Tipps für euren ganz persönlichen Digitaltag!

CityLAB Berlin Online Sommerfest

Ein Jahr is es her, dass das CityLAB seine Türen geöffnet hat. Das ist Grund genug, mit euch gebührend den Sommer einzuläuten! Pünktlich zum Digitaltag 2020 findet das CityLAB Online Sommerfest statt. Von Verwaltungsinnovation zu Data Science, von zivilgesellschaftlichem Engagement zur nachhaltigen Stadt: Von 9:00 – 16:00 Uhr haben wir sommerlich-bunt gemischte Speaker*innen und Sessions für euch. Besonders freuen wir uns auf die Keynote von Bianca Wylie, bekannt als Aktivistin, Vordenkerin der Open Government-Bewegung und prominente Kritikerin des kürzlich gescheiterten Sidewalk Labs-Projekts in Toronto.

Wie gestalten wir die smarte Stadt für alle? Wir sprechen über Pop-Up-Fahrrad-, Spiel- und Gastrostraßen, offene Daten und das Internet of Things. Außerdem erwarten euch Workshops zu vielen spannenden Themen: Wie hilft Giess den Kiez bei der Bewässerung von Stadtbäumen? Wie können Verwaltungen bei der Auftragsvergabe innovationsfreundlicher werden? Und wie kann innovatives Arbeiten in der Verwaltung funktionieren? Wie geht es weiter mit #WirVsVirus? Antworten bei uns!

Meldet euch jetzt kostenfrei an, wir freuen uns, mit euch den Sommer einzuläuten! https://hopin.to/events/sommerfest-2020

„nachhaltig digital unterwegs…“ – Zukunft der Arbeit digital gestalten

Welche besondere Bedeutung digitale Infrastrukturen und Anwendungen für die Arbeitswelt haben, hat sich in den letzten Monaten eindrucksvoll gezeigt. Die Digitalisierung hat in den unterschiedlichsten Berufen und Branchen einen gewaltigen Schub erlebt und uns einen Eindruck vermittelt, wie die Zukunft der Arbeit aussehen kann. Dabei kommt der zunehmend digitale Arbeitsalltag den Bedürfnissen vieler Menschen entgegen, ihre Arbeit und Zusammenarbeit flexibel, ortsunabhängig, krisensicher, umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten.

Dieses Thema nimmt Frau Ministerpräsidentin Malu Dreyer zusammen mit Frau Professorin Dr. Jutta Rump (Professorin an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen IBE) und Rainer Zeimentz (Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e. V.) am 19. Juni 2020 um 16 Uhr bei „nachhaltig digital unterwegs…“ – Zukunft der Arbeit digital gestalten in den Fokus und beleuchtet dabei auch die Herausforderungen und Chancen dieses Wandels.

Zur Diskussion live zugeschaltet werden: Aloysius Söhngen (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm), Christoph Krause (Kompetenzzentrum digitales Handwerk Koblenz), Prof. Dr. Prof. h.c. Andreas Dengel (Geschäftsführender Direktor DFKI Kaiserslautern).

Bitte beachtet, dass für die Teilnahme an der digitalen Veranstaltung nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung stehen. Die Online-Veranstaltung wird als WebEx-Konferenz durchgeführt. Die Zugangsdaten sowie eine detaillierte Anleitung erhalten Sie nach einer verbindlichen Anmeldung unter www.digital.rlp.de.https://www.digital.rlp.de/veranstaltungen/detail/nachhaltig-digital-unterwegs/95/.

FuckUp Session: Corona und die Arbeitswelt

In der Corona-Zeit haben sich Mitarbeiter*innen, Führungskräfte, die gesamte Organisation von jetzt auf gleich umgestellt. Plötzlich ist alles möglich: Digitales und verteiltes Arbeiten, Home Office, flexible Arbeitszeiten, kurz: New Work in Reinform. Echt jetzt?

Selbst als mehrfacher New Work Preisträger haben wir in der Corona-Zeit nicht nur die rosa-rote Brille neuer Arbeitswelten erlebt. Lasst uns beim Nachmittagskaffee am Digitaltag die Karten auf den Tisch legen: Wie hat Corona sich auf eure Organisation ausgewirkt? Welche Chancen in Bezug auf modernes Arbeiten sind liegen geblieben? Welche Risiken bleiben unbeachtet?

„Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewusst zu sein“, wusste schon der schottische Historiker Thomas Carlyle. In diesem Format bringen wir also genau die Fehler ins Bewusstsein. Wir gehen mit gutem Beispiel voran und bringen eine Fuck-Up-Story mit. Für die anderen Fehler bauen wir auf euch 😉.

Dieses Format richtet sich an alle Unternehmer*innen und Vordenker*innen, die in ihren Organisationen moderne Arbeitsweisen langfristig etablieren wollen anstatt einen kurzen Corona-Sprint hinzulegen und nur darauf zu warten, „auf Anfang zurückzusetzen“.

Unter diesem Link könnt ihr euch direkt anmelden: https://www.eventbrite.de/e/fuckup-session-corona-und-die-arbeitswelt-tickets-108849636192

Disclaimer: Die Beschreibungen stammen alle aus den Aktionsbeschreibungen auf digitaltag.eu.

Auch die Kolleg*innen von Korrektur NachOben empfehlen einige der Veranstaltungen in ihrem aktuellen Mailing:

Tipp 1: Social Media Meetup 
Eine Netzwerkveranstaltung für alle, die Interesse an der digitalen Welt haben und digitale Kompetenzen erweitern bzw. entwickeln möchten. Social-Media- und Online-Expert*innen aus Magdeburg und Umgebung teilen während des Livestreams ihre Erfahrungen – es wird verschiedene Vorträge über Projekte und den Arbeitsalltag im digitalen Raum geben. Mit dabei ist übrigens KNO-Kollege Steffen Jany!

Tipp 2: Training zur Medienkompetenz: Online-Spiel „Bad News“ 
Die gemeinnützige Organisation Wissenschaft im Dialog beteiligt sich mit dem Online-Spiel „Bad News“ zum Training von digitaler Medienkompetenz am Digitaltag. Hierbei werden die Spieler*innen zum bösartigen Internet-Troll und sollen Follower*innen durch Fake News gewinnen. Ziel des Spiels ist es, das Bewusstsein für Falschnachrichten im Internet zu schärfen und spielerisch Medienkompetenz zu vermitteln. Das Spiel richtet sich zwar an Jugendliche ab 14 Jahren, aber wir finden, dass hier jeder mal reinschauen kann, um zu sehen, wie leicht es ist Falschmeldungen glaubwürdig zu verbreiten.

Tipp 3: Werkstatt digital: Homeoffice – Das neue Normal?
Durch die Corona-Krise wurde der Wandel der Arbeitswelt stark beschleunigt. In der Veranstaltung werden verschiedene Aspekte aus der aktuellen Debatte um Homeoffice und Arbeiten in der Corona-Krise aufgegriffen und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. In der Session mit Expert*innen können die Teilnehmer*innen durch interaktive Elemente wie Umfragen aktiv an der Diskussion teilnehmen.

Was bleibt? Die Bilanz nach einem Jahr Summer of Pioneers in Wittenberge

Internet, Smartphone und Laptop — mehr braucht es zumindest laut Klischee nicht, um die Digital Nomads glücklich zu machen. Mit diesen drei Dingen können die Kreativköpfe überall arbeiten, egal ob Sri Lanka — oder eben Wittenberge im tiefsten Brandenburg. Wer jetzt an den Song denkt, dem sei gesagt: Nach einem Jahr Summer of Pioneers (SoP), dem Kreativ-Projekt aus der digitalen Denke von Frederik Fischer, zeigt sich, dass da ziemlich was los ist. Das legt zumindest die Debatte nahe, die am Dienstag live auf dem Debattenportal Sag Was von der Friedrich Ebert-Stiftung gestreamt wurde.

Worum geht’s: Der Summer of Pioneers startete im Juli 2019 und holte 20 kreative Großstädter*innen nach Wittenberge. Zum Probewohnen gab’s Wohnungen und fürs Arbeiten einen CoWorking-Space. Dafür brachten die Pioniere ihr Wissen und ihr kreatives Denken über Workshops, Unternehmensberatungen und so weiter ein. Regulär sollte das Projekt am 31. Dezember 2019 enden. Aber: Es lief einfach so gut, dass bis Mitte 2020 verlängert wurde.

Screenshot: Digitale Provinz

Ja, warum lief das so gut in Prignitz, einer der dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands? Diese Frage stellte am Dienstag Christina Quast, Moderatorin und Pionierin beim Summer of Pioneers, ihren Gäst*innen Christian Fenske, Technologie- und Gewerbezentrum (TGZ) Prignitz, Sibylle Sperling, Publizistin, die das Coworking des SoP genutzt hat und Frederik Fischer, Journalist und SoP-Initiator.

Die Debatte: Der SoP war medial sehr stark begleitet worden, besonders regional, so Christian Fenske. Die Wittenberger*innen seien dem Projekt erst etwas skeptisch, aber in den meisten Fällen vor allem mit Neugier begegnet. Ein langsames Aufeinanderzugehen und sympathisches Annähern, so beschreibt er die Anfangsphase des SoP. Das sei auch dem Engagement der Pionier*innen zu verdanken, erklärt Frederik Fischer. Viele Missverständnisse rühren daher, dass die Leute denken, Großstädter*innen bringen sich nicht ein, die Großstädter*innen wiederum finden Dinge wie Vereinsleben zu eng, so der Journalist. Gegen beides helfe der Austausch miteinander.

Sichtbar sein, aktiv sein

Genau diesen Dialog fördert das Projekt. Sibylle Sperling hat vor über zehn Jahren ihrer Heimat Berlin den Rücken gekehrt und ist nach Stendal in die Altmark in Sachsen-Anhalt gezogen. Der Anfang war nicht einfach, erinnert sich die Autorin von In the Middle of Nüscht, einem alternativen Reiseführer über die Altmark. „Es hat lange gedauert heimisch zu werden. Wir haben alle zwei Jahre überlegt, ob wir wieder zurück nach Berlin gehen“, so Sperling. Die Spielregeln seien einfach anders und um langfristig glücklich zu werden, brauche es Kontakte vor Ort. Dabei kann vor allem eine Community helfen, betont die Autorin.

Auch Sichtbarkeit spielt dabei eine große Rolle. Dies sei anfangs schwierig gewesen, so Moderatorin und Pionierin Christina Quast. Was da besonders geholfen habe: der Stadtsalon Safari, eine Projekt- und Ideenwerkstatt, die nicht nur die urbane Zielgruppe fokussiere, sondern mit Events wie Erzählcafés die Wittenberger*innenn angelockt habe. Anders als der etwas versteckte Coworking Space, der von den Wittenberger*innen kaum genutzt wurde, war der Stadtsalon Safari ein Anziehungspunkt für alle, so Frederik Fischer. Aber was bleibt, wenn der Summer of Pioneers nach der Verlängerung endgültig vorbei ist?

Zehn bis zwölf Leute. Knapp die Hälfte der Pioneers wollen in Wittenberge bleiben, andere wiederum sind schon ausgezogen. Auch der Stadtsalon Safari und der Coworking Space soll weiter betrieben werden, wie Christian Fenske von der Stadtverwaltung berichtet: Wir werden den Space zunächst weiter betreiben, aber wir suchen nach festen Betreiber*innen dafür.

Transformation muss inklusiv sein

Das Projekt mag enden, der Spirit scheint jedoch zu bleiben. Können solche Projekte Probleme wie die Stadtflucht der Jugendlichen aufhalten? Sibylle Sperling sieht hier ein Gehen und Kommen: „Die Leute ziehen erst einmal weg für Ausbildung und Studium, aber immer mehr kommen zurück, um beispielsweise eine Familie zu gründen.“ Natürlich sei auf den ersten Blick wenig los, so ja auch ihr Buchtitel In The Middle of Nüscht, aber: Es gibt viel Raum für Projekte. Man braucht einen langen Atem, aber man kann Erfolg haben.

Fazit: Das Projekt hat sicherlich neuen Wind in die Stadt Wittenberge gebracht. Erstmal gut für Stadt und Image. Was aber auch wichtig ist und was Frederik Fischer und die anderen Pionier*innen auch betont haben: Die Community aus der Großstadt, die kommt mal zu Besuch. Aber sie ist nicht vor Ort. Da gilt es, selber Strukturen zu schaffen, im Einklang mit denen, die schon lange dort wohnen. Es heißt nicht umsonst Summer of PIONEERS.

Und das kann nur gelingen, wenn der Prozess der Transformation inklusiv ist und stetig aufrecht erhalten wird — also der Stadtsalon Safari sichtbar bleibt und noch stärker Veranstaltungen zusammen mit geflüchteten Menschen umsetzt; der Coworking Space bleibt und sichtbar wird. Und die Pionier*innen eben nicht mehr Pionier*innen sind, sondern die Christina im Café, wie es Christian Fenske umschreibt.

Nach dem SoP ist vor dem KoDorf

Frederik Fischer geht jetzt noch einen Schritt weiter. Das Projekt KoDorf Wiesenburg ist ein eigenes Quartier mit 40 Holzhäusern und einem Gemeinschaftshaus. Um dies finanziell umsetzen zu können, müssen alle Interessierten einen genossenschaftlichen Anteil kaufen. Der Anteil beim günstigsten Haus bewegt sich unterm Strich bei etwa 20.000 Euro. Nicht unbedingt machbar für so manche arme Künstler*innenseele, weiß auch Initiator Frederik Fischer: „Wenn es ginge, wären wir gerne inklusiver.“ Passende Fördertöpfe gebe es für das KoDorf laut Fischer nicht und gegen mögliche Investor*innen habe sich das Projekt bewusst entschieden — deshalb muss das Projekt aus eigener Kraft genossenschaftlich finanziert werden.

Mehr Infos zum Summer of Pioneers findet ihr hier, alles weitere zum KoDorf hier.

Corona-App: Kritik von Grünen und Gesundheitsämtern

Diese Woche war es soweit. Die offizielle Corona-Warn-App ist Dienstag an den Start gegangen. Nachdem es im Vorfeld teils hitzige Debatten über die zugrunde liegende Datenspeicherung gab, haben sich die Verantwortlichen geeinigt. Die App steht nun zum Download in den App-Stores von Google und Apple bereit.

Screenshot: privat

Wie funktioniert das: Wenn sich App-Nutzer*innen begegnen, tauschen die Smartphones via Bluetooth verschlüsselte Zufallscodes aus, die Informationen darüber beinhalten, mit welchem Abstand und über welchen Zeitraum die Begegnung stattfand. Die Codes werden für 14 Tage — das ist laut Robert-Koch-Institut die maximale Inkubationszeit des Coronavirus — auf den Telefonen gespeichert und im Anschluss automatisch gelöscht. Meldet eine Person über die App ihre Infektion, werden deren Codes an alle Nutzer*innen gesendet. Die App überprüft anhand der Codes, ob ein Kontakt stattfand und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Ziel ist die frühzeitige Unterbrechung von Infektionsketten.

Dezentrale Datenspeicherung für die App

Wie steht es um den Datenschutz: Am Thema Datenschutz schieden sich die Geister. Wie oben bereits angesprochen, wurde lange diskutiert, ob eine zentrale (auf Servern) oder eine dezentrale Datenspeicherung (auf den Smartphones) erfolgen sollte. Die Entscheidung fiel auf die zweite und damit datenärmere Möglichkeit. Auf der offiziellen Website der Bundesregierung wird mehrfach betont, dass die Anonymität der Nutzer*innen jederzeit gewahrt werde — weder durch die Nutzung der App, noch mit den erzeugten Zufallscodes können Rückschlüsse auf Personen oder deren Standort gezogen werden. Zudem wurde der gesamte Quellcode der App öffentlich auf GitHub zugänglich gemacht.

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UND: Der Chaos Computer Club warnt NICHT vor der App. Das gilt beinah schon als Lob! Den passenden Beitrag dazu findet ihr bei den Kolleg*innen vom ZDF.

Kritik von Gesundheitsämtern

Kritik kommt aber laut Kommunal seitens der Gesundheitsämter. Sie fühlten sich nicht genug auf die App vorbereitet, heißt es im Artikel. In einer Anfrage seitens Kommunal bemängelt Amtsärztin Karen Brinkmann vom Gesundheitsamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark, dass die intensive Befragungs- und Recherchearbeit beim Anrufenden durch die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes bleibe.

Brinkmann weist darauf hin, dass die App zwar den Hinweis liefere, dass man einem vermuteten individuellen Risiko ausgesetzt war. „Um es wirklich zu klären, muss man aber weiterhin das Gesundheitsamt, den Hausarzt oder die 116117 kontaktieren.“

Corona-App startet endlich – und es gibt Kritik, Gudrun Mallwitz, kommunal.de, 15.06.2020

Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, monierte im Tagesspiegel Background (Paywall) außerdem, dass die Gesundheitsämter nicht in die Umsetzung der App eingebunden waren, sondern lediglich in die Vorgespräche.

Verpflichtende Nutzung teilweise nicht ausgeschlossen

Dazu kommt die immer noch mögliche Verpflichtung durch Arbeitgeber*innen, wie Tagesspiegel Background außerdem schreibt (Paywall): Zwar wird die Freiwilligkeit der Nutzung der Corona-App allerorts betont. Doch Rechtsexperten warnen bereits, dass eine verpflichtende Nutzung auf Dienst-Handys nicht ausgeschlossen ist. Auch in Sportvereinen oder Restaurants könnte die App zur Bedingung werden.“

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat jetzt einen Gesetzesentwurf eingebracht, der davor schützen soll. Konkret soll die Nicht-Nutzung der App nicht mit Nachteilen verbunden sein. Das schreibt Ingo Dachwitz für Netzpolitik. Aktuell ist die App freiwillig. Dies könnte jedoch indirekt ausgehebelt werden. So hatten einige Politiker*innen laut Dachwitz vorgeschlagen, die Appals eine Art Unbedenklichkeitsnachweis für den Zutritt zu Veranstaltungen, Geschäften, öffentlichen Einrichtungen oder für die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit“ zu nutzen. Mehr zu den einzelnen Positionen der Politiker*innen findet ihr im Handelsblatt.

Grüne wollen gesetzlichen Rahmen abstecken

Katja Keul, die rechtspolitische Sprecherin der Grünen, machte laut Dachwitz aber noch einmal bei einem Pressegespräch deutlich, dass der Entwurf kein „Misstrauensvotum gegen die Corona-Warn-App“ sein soll. Das neue Gesetzt, das in das BGB eingehen soll, wolle lediglich vor Diskriminierungen schützen. Ein weiterer Punkt sei die Regelung bei Lohnausfall. Bisher sei nicht klar geregelt, ob die Menschen der Arbeit bezahlt fern bleiben dürfen, weil sie durch die App gewarnt wurden, so Dachwitz für Netzpolitik. Der Entwurf solle in Kürze in den Bundestag eingehen. Laut Ingo Dachwitz sehe es jedoch nicht gut aus. So seien für die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Szenarien etwa in der Gastronomie und bei Arbeitgeber*innen rein hypothetisch.

Den kompletten Artikel findet ihr hier, absolute Leseempfehlung!

App funktioniert nur mit moderner Software

Ja, ok: Ich persönlich kann die Skepsis verstehen. Auch ich habe lange überlegt, die App zu nutzen. Mit Blick auf die Einstellung vieler Leute à la Sch**ß drauf, Corona ist nur einmal im Jahr ist es mir einfach sehr wichtig, das Maximale an persönlichen Vorkehrungen treffen zu können. Dazu gehört für mich die App. Dennoch teile ich die Sorge mit Blick auf die verpflichtende Nutzung der App. Zum einen kann dies Arbeitnehmer*innen in Bedrängnis bringen. Hier braucht es einen klaren gesetzlichen Rahmen ohne Schlupflöcher. Zum anderen benötigt die App bestimmte technische Voraussetzungen. So können beispielsweise Nutzer*innen von iPhones, die älter als das iPhone 6 sind, die App nicht nutzen. Ein schaler Beigeschmack von Zwei-Klassengesellschaft, finde ich. Ich bin gespannt, ob der Entwurf der Grünen Zustimmung findet. Ich finde ihn mehr als sinnvoll.

Was denkt ihr über die App? Schreibt uns gerne an: digitaleprovinz@korrekturnachoben.de

Disclaimer: Der Text ist teilweise dem Newsletter von Korrektur NachOben entnommen. Mehr Infos zum KNO-Newsletter findet ihr hier.

Open-Education-Plattform WirLernenOnline hilft beim digitalen Unterricht

Erst auf, dann zu, dann auf, dann zu: So könnte man die Schulschließungen in den verschiedenen Bundesländern innerhalb der letzten Monate gut zusammenfassen. Das bedeutet für viele Lehrkräfte jetzt: Zurück ins digitale Lernen. Dabei will jetzt die Open-Education-Plattform WirLernenOnline helfen. Das schreibt Kommune21. Hinter dem digitalen Lernprojekt stehen die Vereine Wikimedia Deutschland und edu-sharing.net aus dem Bündnis Freie Bildung.

Das Projekt: WirLernenOnline läuft aktuell in einer Betaversion. Die Plattform ist vor allem eine Bildungssuchmaschine. Das bedeutet, dass Lehrkräfte online Lerninhalte nach Schlagworten, Fachbereichen, Schulform, Zielgruppe und Lizenz suchen können, schreibt Kommune21. Diese bereitet die Suchmaschine aus bereits vorhandenen Datenbanken für die Lehrkräfte auf. Auch eigene erarbeitete Lerninhalte können über das Portal mit anderen Pädagog*innen geteilt werden.

Schon jetzt bietet das Portal über 20.000 Inhalte unter anderem von Bayerischem Rundfunk, Tutory, geogebra und Planet Schule. 

Freie Bildung zum Mitmachen, kommune21.de, 18.06.2020

Hintergrund: Dafür nutzen die Vereine freie Inhalte und Software-Lösungen als freie Bildungsressourcen, so genannte Open Educational Resources (OER). Um die Qualität dieser Ressourcen zu garantieren, arbeiten die Organisationen mit Akteur*innen aus dem Bildungsbereich zusammen. Das Portal soll fortlaufend weiterentwickelt werden.

Ja, aber: Das klingt auf jeden Fall nach einem ziemlich dringend benötigten Projekt! Bisher waren etliche Lehrkräfte auf sich allein gestellt, wenn es um guten digitalen Unterricht ging. Und so manche Pädagog*in ist da leider noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Das wiederum liegt aber auch an kaum ausreichenden Fortbildungen und mangelhafter Finanzierung seitens der Länder und des Bundes. Einen interessanten und manchmal erschreckenden Einblick in den Alltag der Lehrkräfte bietet übrigens das #twitterlehrerzimmer. Klickt mal rein!

Macht’s gut & denkt an eure Masken!

Bevor es ins Wochende geht, habe ich noch ein kleines, dramatisches Gadget für euch. Mit dem Spiel Keep Cool spielt ihr euch durch den Klimawandel. Ja, kein Scherz.

Dafür müsst ihr euch registrieren und dann geht es schon los. Ihr müsst die Wirtschaft in eurer Stadt aufbauen. Entweder nutzt ihr dafür rauchende Fabriken oder grüne Technologien. Eure Entscheidungen haben dabei Folgen für euch, das Klima — und eure Mitspieler*innen. Klingt schräg, aber spannend, finde ich. Und eignet sich sogar für den Unterricht. Bildungsauftrag erfüllt.

Bleibt gesund und klickt euch am Freitag in unsere Afterhour <3 es wird gut!

Digitale Provinz ist ein Projekt der Kommunikations-Agentur Korrektur NachOben.