Uuuuuuuund Freitag! Die Woche ist fast rum – und ich, Susanne, habe das neue Weekly für euch. Mit dabei sind alle spannenden News rund um #digitalregional. Das Ganze gibt es übrigens auch als Newsletter direkt in die Mailbox. Bitte klicken Sie hier und scrollen Sie runter. Diese Woche habe ich für euch:

Altmark goes Glasfaser: ZBA startet Mega-Projekt

Digitalisierung und Deutschland: Beziehungsstatus kompliziert. Erst hat uns die Corona-Krise gezeigt, dass wir, wenn es um das D-Wort geht, noch einiges aufzuholen haben. Dafür geht es auf lokaler Ebene voran. Auftritt Zweckverband Breitband Altmark, kurz ZBA. In der Altmark in Sachsen-Anhalt ist am Montag das größte ländliche, geförderte Breitbandprojekt Deutschlands gestartet. Und wir waren mit vor Ort!

Worum geht’s: Der ZBA setzt sich unter der Federführung von Andreas Kluge seit 2012 für den Breitbandausbau in der Altmark ein. Jetzt – nach einer Studie zu Verlegemöglichkeiten bis ans Haus (FTTH), Baustart-Verschiebungen, Fördermittelstau und einer Pandemie-bedingten Zwangspause – war es am 6. Juli soweit: Offizieller Spatenstich mit politischer Prominenz in Gardelegen, darunter Minister Andi Scheuer (CSU), ja, genau der, und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Scheuer betonte noch einmal zu Beginn, dass Digitalisierung eben nicht nur in Hamburg und Berlin stattfindet: „Die digitale Gesellschaft geht bis in Vereinsleben.“ Zwischen Stadt und Land dürfe nicht unterschieden werden, es gehe bei Digitalisierung auch um die „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“.

Altmark goes Gigabit

Daran knüpfte auch Ministerpräsident Reiner Haseloff an. Die Altmark sei eine besondere Region, zweimal so groß wie das Saarland, aber mit nur einem Zehntel der Bevölkerung des kleinsten Bundeslandes. „Der Markt wird es hier nicht richten“, so Haseloff. Er betonte, dass viele Projekte auch ohne Glasfaser jetzt schon möglich seien. Das stieß unter anderem Tangerhüttes Bürgermeister Andreas Brohm auf. „Ich nehme heute auch mit, dass der Ministerpräsident noch nicht verstanden hat, was FTTH ist und auch noch nicht verstanden hat, warum es wichtig ist, an Zielen zu arbeiten, wo es eben nicht um bis zu 100 Mbit geht, sondern wo wir über ein Gigabit und mehr reden“, moniert Brohm.

Kritik an der Digitalstrategie Sachsen-Anhalts

Damit spielt Andreas Brohm auf die Digitale Agenda des Landes an, die Ende 2017 beschlossen worden war und bis 2020 alle Privathaushalte und öffentliche Institutionen im Land mit „schnellen Internetanschlüssen mit Downloadraten von mindestens 50MBit/s“ versorgen wollte, so heißt es im Papier. Laut Pressemitteilung der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt von Januar 2020 ist dies bisher zu 75 Prozent gelungen. Im Mai 2019 löste dann die Gigabit-Strategie das alte Ziel ab. Das neue Ziel: Bis 2025 sollen alle Haushalte und Unternehmen in Sachsen-Anhalt Leitungen mit Download-Geschwindigkeiten von mindestens 1GBit/s haben, also das 20-fache.

Bisher sei das laut Pressemitteilung bei sieben Prozent der Haushalte in Sachsen-Anhalt der Fall, das sind etwa 80.000 Haushalte bei insgesamt 1.151.000 Privathaushalten laut Statistischem Landesamt, Stand 2018. Bis 2021 wolle Vodafone/Kabel Deutschland aufrüsten und rund 250.000 Haushalten einen Gigabit-Anschluss anbieten, damit laut Statistik knapp jeder vierte Haushalt im Land. Kurzfassung: Alte Strategie noch nicht erfüllt, neue ist aber schon am Start und lässt die Vectoring-Technik der alten Strategie, in die ziemlich viel Geld geflossen ist – naja, alt aussehen.

Den technologisch versierteren Glasfaserausbau treiben Andreas Kluge und der ZBA seit knapp acht Jahren in der Altmark voran. Diese digitale Vorreiterrolle trägt nun Früchte – insgesamt 2.300 Kilometer Glasfaser sollen dort verlegt werden. Für den Verbandsgeschäftsführer Andreas Kluge bedeutet der Projektstart auch: Der Weg zu einem guten Leben in der Altmark. „Digitalisierung ist auch Generationendenken“, so Kluge zum Start des Projekts, „haben wir keine digitale Infrastruktur, dann kommen wir nie dahin, wo wir sein könnten.“

#Digitalregional dank Glasfaser

Ja, aber: Der ZBA zeigt, wie’s klappen kann. Wir brauchen Gigabit-Anschlüsse und das am besten schon gestern. Hier ist Sachsen-Anhalt das Land der Verschläfer. Zum Vergleich: In Hessen sind aktuell etwa 1,2 Millionen Gigabit-Anschlüsse vorhanden. Das Gigabit-Projekt in der Altmark will 30.000 Haushalte und knapp 3000 Unternehmen an Glasfaser anschließen, so Landrat Michael Ziche. Das ist ein Anfang. Dabei ist eindeutig das Land in der Pflicht. Immerhin warten theoretisch noch rund 290.000 Haushalte auf die Umsetzung der ersten, nicht vollendeten (!) Digitalstrategie von 2017. Jetzt soll es die zweite Digitalstrategie richten und bis 2025 das ganze Land auf die Gigabit-Autobahn schicken. Das klingt in diesem Zeitraum schlicht unglaubwürdig und smells like Politikum. Umso bemerkenswerter, was der ZBA erreicht hat und schon seit 2012 (!) anpeilt.

via GIPHY

Hintergrund: Der ZBA will in der Altmark mindestens sechs Glasfasern pro Haus verlegen (FTTH). Die Verlegung soll in drei Projektgebieten mit jeweils sechs Baubereichen gleichzeitig erfolgen. Schon in 2016 startete die Verlegung innerhalb eines Pilotclusters aus 19 Orten in sieben Gemeinden. Die derzeitige Breitbandrate beläuft sich dort im privaten Bereich bei 150 – 500 Mbit/s im Download, 50 Mbit/s im Upload. Beim Ausbau trägt der Zweckverband die Kosten für Hausanschlusslängen von maximal 20m ab der Grundstücksgrenze. Mit insgesamt 135 Millionen Euro fördern Bund und EU den Ausbau in der Altmark, heißt es bei Heise. Die hard facts stammen übrigens von der Website des ZBA: https://breitband-altmark.de/.

Und so soll das dann mal aussehen in der hochdigitalen Altmark, wenn Glasfaseranschlüsse endlich Standard sind. Das Video hat unsere Agentur Korrektur NachOben konzeptioniert und umgesetzt.

Übrigens: Andreas Kluge war einer unserer ersten Gäste im Digitale Provinz-Podcast! In der Folge erklärt er, was der ZBA will und warum und wie überhaupt. Hört mal rein.

Silicon Vilstal: Programmvorstellung für das Erlebnisfestival im September

Es geht so einiges an der Schnittstelle #digitalregional in Bayern. Einer der großen Player ist die Mitmachinitiative Silicon Vilstal. Deren Gründer Helmut Ramsauer kennt ihr bestimmt noch aus unserer virtuellen Afterhour. Im September organisiert Silicon Vilstal ein Erlebnisfestival unter dem Motto „Zukunft daheim“. Und wir sind auch am Start mit einem Live-Podcast! Wer wann wie noch dabei sein wird? Das erfahrt ihr am 17. Juli!

Wie & Wo: Das Programm wird im Rahmen einer hybriden Pressekonferenz am 17. Juli um 11 Uhr vorgestellt. Will heißen: Das Silicon Vilstal Team wird im Presseclub München am Marienplatz vor Ort sein und virtuell werden Medienvertreter*innen und Programmpartner*innen aus ganz Deutschland zugeschaltet. Der Stream wird auf der Internetseite von Silicon Vilstal live übertragen. Ganz besonders wichtig ist für Helmut Ramsauer, Gründer von Silicon Vilstal, auch der Umgang mit Corona. „Wir planen vorab mit einem hybriden Festival. Dafür haben wir extra ein Corona-Team, das alle möglichen Maßnahmen für ein sicheres Festival ausarbeiten wird“, so Ramsauer gegenüber Digitale Provinz. Inwiefern das Erlebnisfestival nur online oder eben teils physisch, teils online stattfindet, hänge auch von den Entwicklungen der nächsten Wochen ab.

Ein paar Eindrücke vom letzten Jahr gibt’s hier:

Silicon Vilstal macht übrigens auch bei der Munich Creative Business Week (MCBW) 2021 mit. Die MCBW ist das größte deutsche Designevent und wird vom 6. bis 14. März 2021 unter dem Motto „Shaping futures by design“ stattfinden. Kleiner Sneak Peek vorab: Seitens des MCBW wird es auch einen Workshop zu Futures by Design auf dem Silicon Vilstal Erlebnisfestival im September geben. So viel zum Thema, regional und cool passen nicht zusammen….

via GIPHY

Klimawandel & Raumentwicklung: ARL-Arbeitskreis sucht Mitglieder

Expert*innen aufgemerkt: Der Arbeitskreis mit dem möglicherweise sperrigsten Namen Deutschlands – AK „Klimaangepasste Stadt- und Regionalentwicklung: Zwischenbilanz und zukünftige Herausforderungen“ – sucht Mitglieder. Das schreibt die Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft, kurz ARL.

Worum geht’s: Der Arbeitskreis forscht laut Ausschreibung zu raumwirksamen gesellschaftlichen Herausforderungen mit Blick auf den Klimawandel. Ziel des AK ist es, die ersten Strategien und Aktionen, die in Städten umgesetzt wurden, zu analysieren, auszuwerten und eine Zwischenbilanz zu ziehen. Dafür sucht die ARL laut Paper „Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis mit Expertise in der Stadt- und Regionalentwicklung, der räumlichen Planung (Stadt-, Regional-, Raum- oder Landschaftsplanung und weitere Fachplanungen), den Raum-, Umwelt-, Sozialwissenschaften sowie aus Verbänden oder Organisationen“. Die Ergebnisse sollen unter anderem in Form von wissenschaftlichen Artikeln in Fachmagazinen und als Veröffentlichungen publiziert werden. Der AK läuft über drei Jahre und trifft sich zweimal pro Jahr. Angedacht sind maximal zwölf Mitglieder.

Was bedeutet Klimawandel für Städte und Regionen?

Mögliche Arbeitsschwerpunkte: Laut ARL werden die Schwerpunkte in der ersten Sitzung des Arbeitskreises diskutiert und festgesetzt. An folgenden Punkten könne sich der AK orientieren:

  • Ziele: Welche spezifischen Anpassungsziele setzen sich Städte und Regionen? Mit welchen Methoden werden die oft eher allgemeinen Anpassungsziele konkretisiert? Inwiefern sind Anpassungsziele von Städten und Regionen spezifisch, messbar, angemessen, relevant, terminiert (smart)?
  • Typen: Wie können die bisherigen und geplanten Anpassungsaktivitäten in Städten und Regionen typisiert werden? (z.B. Aufbau von Anpassungsfähigkeit durch Wissensgrundlagen und Sensibilisierung; NoRegret-Massnahmen; Entscheidung mit langfristiger Folge)
  • Governance: Wie passen sich Städte und Regionen an den Klimawandel an (institutioneller Rahmen, Instrumente, Entscheidungen)? Welche Praktiken charakterisieren klimaangepasste Städte und Regionen? Wie kann Klimaanpassung besser in räumliche Planungsprozesse integriert werden (Climate Mainstreaming, Climate Proofing)?
  • Synergien und Konflikte: Welche Synergien und Konflikte hat Klimaanpassung zu anderen Themen der Stadt- und Regionalentwicklung (v.a. Klimaschutz, Wohnen, Mobilität, Energie, Migration, wirtschaftliche Entwicklung)? Wie lassen sich Synergien nutzen und Zielkonflikte verringern?
  • Gute Beispiele: Welche Maßnahmen, Projekte oder Initiativen sind gute Beispiele der Klimaanpassung, von denen Akteure in anderen Gemeinden und Regionen lernen können? Wie können wir gute Anpassung von schlechter (maladaptation) unterscheiden?

    (Quelle: https://www.arl-net.de/system/files/CfMARLAKKlimaanpassung_480973643.pdf

Bewerbungsfrist ist der 2. August

Hintergrund: Der Klimawandel betrifft alles und jede*n – und auch die Raumentwicklung, sprich Stadtplanung etc. Die Auswirkungen unterscheiden sich regional und lokal oft, deshalb braucht es individuelle Lösungen und Strategien für eine jeweilige Region. Die meisten Strategien beschäftigen sich mit der nationalen und internationalen Ebene, deshalb will die ARL das Bewusstsein für den Klimawandel und dessen Auswirkungen noch weiter in die städtischen Verwaltungen bringen. Dafür sei es wichtig, Bisheriges zu analysieren. Die ARL will mit dem Arbeitskreis die letzten zehn Jahre auswerten und damit die Weichen für die nächsten Jahre stellen.

via GIPHY

Bewerbung: Die Frist für die Bewerbung endet am 2. August! Dafür braucht es: eine kurze Skizze (maximal 5.000 Zeichen ohne Leerzeichen) der inhaltlichen Vorstellungen zur Mitwirkung, die den Zusammenhang zu den Zielen bzw. Fragestellungen aufzeigt, eine kurze Vita (max. 1 Seite) und maximal drei in diesem Zusammenhang relevante Publikationen (pdf) bzw. Berichte/Links zu Projekten oder Planungsfällen, an denen der*die Bewerber*in maßgeblich beteiligt war. Interessierte senden ihre Bewerbung als PDF an die zuständige ARL-Fachreferentin, Dr. Barbara Warner: warner@arl-net.de.

KoDorf goes Erndtebrück: Erstes MeetUp in NRW

Frederik Fischer ist einer der ganz kreativen Köpfe, wenn es um #digitalregional geht. Er hat nicht nur den Summer of Pioneers (SoP) in Wittenberge hochgezogen und visiert in 2021 ganze drei neue SoPs an – er zieht auch mal eben zwei KoDörfer hoch. Über das erste in Wiesenburg haben wir bereits mehrmals berichtet, unter anderem in Weekly #11. Jetzt entsteht in Erndtebrück in NRW das zweite KoDorf. Dafür findet am 1. August ein MeetUp vor Ort im Kreis Siegen-Wittgenstein statt.

Worum geht’s: Bei dem MeetUp führt die KoDorf-Crew rund um Frederik Fischer alle Interessierten über das Gelände. Wie beim ersten KoDorf handelt es sich auch hier um ein ehemaliges Sägewerk. Laut Ankündigung ist das Gelände wohl ziemlich fein: ähnlich einer Insel, wird es von einem Bach umflossen. In zehn Minuten erreicht mensch den Bahnhof Erndtebrück, in 45 Minuten steht mensch in der Universitätsstadt Siegen. Außerdem stellt Frederik Fischer das KoDorf-Konzept nochmal im Detail vor und beantwortet alle möglichen Fragen rund um das Thema.

Mehr Infos zum MeetUp findet ihr hier. Wie die KoDorf-Sache überhaupt begann, schreibt Frederik Fischer hier. Eindrücke vom KoDorf Wiesenburg gibt es hier.

Smart City als Tech-Dystopie?

Smart City ist nicht nur ein Förderprogramm, Smart City ist auch ein Lifestyle. Die Stadt, die immer technisierter, automatisierter – und damit auch kontrollierender wird? Was diese Umgebung für den Mensch besonders in times of Corona bedeutet, darüber schreibt Hanno Rauterberg für Die Zeit.

Worum geht’s: Das Panorama, das Hanno Rauterberg in Eine Architektur des Ankommens aufzieht, ist mindestens ambivalent. Er verbindet die immer noch aktuelle (!) Corona-Krise mit der modernen Stadt und dem Konzept der Smart City. Er plädiert für ein Umdenken der Stadtplaner*innen und Architekt*innen weg vom Wettrennen um das modernste Material und eine hochtechnisierte Umsetzung hin zu gesellschaftlich orientiertem Städtebau, der mit organischen Materialien Lust auf das Leben in der Stadt macht. Ein Wandel könne allein mit dem Fokus auf Technisierung nicht passieren, so Hanno Rauterberg.

Egal, wie sehr die Smart City auch versucht, mit hocheffizienten Programmen gegenzusteuern, sie wird die Stadt weiter automatisieren und anonymisieren. Und das heißt, sie kann die ohnehin starken Fluchtreflexe vieler Zeitgenossen nur verstärken.

Quelle: Eine Architektur des Ankommens, Hanno Rauterberg, zeit.de, Stand: 04.07.2020

Tech versus Natur?

Die Corona-Krise und der Fluchtreflex vieler Städter raus aus der manchmal zu engen Stadt hätten deutlich gemacht, dass nicht nur metaphorisch gesehen die Luft zum Atmen fehle. Hier zieht Rauterberg die Parallele zum Städtebau des 19. Jahrhunderts, der die Stadt moderner und hygienischer machen sollte. Dabei hebt er auch die Möglichkeiten zur Überwachung des*der Einzelnen hervor: „In dieser schönen neuen Stadtwelt, der Smart City, hätten die Straßenlaternen etwa plötzlich Augen und wachten darüber, ob die Bürger sich pandemiekonform verhalten.“ Supersmart, supersicher, steril – das sei die Smart City. Eine Architektur, die weder Heimatgefühl noch Verbundenheit aufkommen lasse.

Allen Vernetzungstechnologien zum Trotz scheint es den modernen Gesellschaften nicht zu gelingen, die verbreitete Sehnsucht nach Verbindlichkeit und Verbundenheit zu befriedigen.

Quelle: Eine Architektur des Ankommens, Hanno Rauterberg, zeit.de, Stand: 04.07.2020

Ja, aber: Ich finde Hanno Rauterbergs Gedankengerüst zwischen Pandemie, Raumplanung und Gesellschaft extrem spannend! Gleichzeitig führen Digitalisierung und Technisierung nicht zwangsweise zu semifuturistischen Betonblöcken und ein Leben zwischen Holz und Glas nicht automatisch zu einem neuen Heimatgefühl. Technologischer Fortschritt ist nicht die Wurzel von Entfremdung und Einsamkeit, sondern beide sind symptomatisch für einen entgrenzten Kapitalismus, der aus dem Geringsten das Maximum ziehen will, ohne Rücksicht auf Natur und Mensch. Dagegen regt sich übrigens auch Widerstand aus der Tech-Ecke: Stichwort Degrowth, Open Data, Internet als Gemeingut.

Letztlich ist Digitalisierung ein Instrument, ein Werkzeug. Wenn also die Architektur einer Smart City anonym und kalt erscheint, dann liegt das mitunter nicht unbedingt an der technischen Komponente, sondern am systemimmanenten Optimierungszwang des Menschen. Es gibt Studien, die belegen, dass Menschen sich in Holzbauten und im Grünen wohler fühlen – ich übrigens auch. Letztendlich ist ja das Schöne, dass sich Technik und Natur nicht ausschließen müssen.

Wie immer gilt: Selbst lesen und eine Meinung bilden! Den ganzen Text gibt es hier.

Podcast: Digitale Provinz meets #SheDoesFuture

Eine neue Woche, eine neue Folge: An diesem Mittwoch ist eine neue Folge des Digitale Provinz-Podcast erschienen! Diesmal geht es um Female Empowerment, also wie mensch Mädchen und jungen Frauen mehr Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung vermitteln kann. Das ist das Anliegen der Initiative #SheDoesFuture. Warum auch das Teil einer digitalen Provinz sein muss und wie das überhaupt klappen kann, darüber habe ich mit Gründerin Sonja O’Reilly gesprochen. Hört mal rein!

Tschüss & wir lesen uns!

Bevor es ins Wochenende und in meinen Urlaub geht, gibt’s noch ne Kleinigkeit to go. Wer wie wir von Digitale Provinz und Korrektur NachOben lange im Homeoffice saß und gefühlt 463648 Zoom/Meet-Meetings hinter sich hat, hat schon so ziemlich alles gesehen. Das dachte sich wohl auch Preston Reid. Er hat in einem kurzen Clip alle gängigen Zoom-Charaktere zusammengefasst. Ich bin übrigens The Drinker meets The one in the corner meets The one who just woke up. Ich warte immer noch auf die Haustier-Performance – looking at you, Kollegin Anne.

Und weil es so schön ist und ich in Urlaubsstimmung bin, gibt’s noch ausnahmsweise noch einen hinterher aus der Kategorie: Freistaat Bayern, my love. In Kirchdorf bei Freising gibt es jetzt endlich einen Radweg. Das hat zehn Jahre gedauert und vermutlich etliche Nerven. Leider sieht das Ganze jetzt aus wie eine Strecke für Energy Drink-süchtige BMX-Kids.

Was. War. Da. Los. Ein Planungsfehler, schreibt Thilo Schröder für die SZ. Denn der eigentliche Radweg liegt tiefer als die Straße und würde damit die Zufahrten zu angrenzenden Feldern versperren. Und Bayern so: Holt den Asphalt! Aber deshalb alles einfach aufzuschütten ging auch nicht, weil der Weg in einem Überschwemmungsgebiet liegt und jede Aufschüttung wieder ausgeglichen werden muss. Daher war auch eine Verlegung nicht wirklich ideal, dann wären Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auf Mähdrescher und Traktoren getroffen. Auftritt fünf Erhebungen auf 500 Metern. Besser als jede Kirmes!

So, das war’s, ich habe jetzt Urlaub <3

Wir lesen uns in zwei Wochen!

Digitale Provinz ist ein Projekt der Kommunikations-Agentur Korrektur NachOben.