Auf dem Bild ist ein silberens MacBook Pro zu sehen, das auf einem Holztisch steht. Auf dem Bildschirm ist der Schriftzug Weekly zu lesen, links daneben steht das Digitale Provinz-Logo, rechts vom Schriftzug ist das Korrektur NachOben-Logo. Links neben dem MacBook Pro liegt eine Sonnenbrille, Kopfhörer und ein Smartphone.

Uff, jetzt erstmal ’n Porsche kaufen – so macht man das doch mit #40 oder? Während ich, Susanne, dann mal meinen Chef nach einer Gehaltserhöhung frage, lasse ich euch das neue Weekly #40 mit den Digital-News der Woche da, bevor ich für zwei Wochen an meine Kollegin Anne über- und mich in den Urlaub begebe. Diesmal haben wir:

Macher:innen-Tag Update: Der Ticketverkauf läuft!

Es ist soweit! Der Ticketverkauf für unsere erste eigene Digital-Konferenz ist gestartet! Klicken Sie hier!

JA, ENDLICH!

Die Tickets vertreiben wir über Eventbrite. Bedeutet: Zum regulären Preis von 5, 10 oder 20+ Euro kommen noch Servicegebühren dazu. Wer wollte nicht schon immer mal genau 11,79 Euro zahlen?

Was es dafür gibt? Findet ihr hier auf unserer Programm-Seite zum Macher:innen-Tag. Kommt am 30. Oktober in dieses Internet und macht bei unseren wirklich, WIRKLICH coolen virtuellen Sessions mit!

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Pflegeheim 2.0: Warum wir dringend WLAN in Altersheimen brauchen

Vergesst die TikTok-Kids und Facebook-Boomer: Auch Menschen Ü65 interessieren sich sehr für dieses Internetz. Laut einer Bitkom-Studie nutzen fast 50 Prozent der Senior:innen ein internetfähiges Smartphone. Deshalb braucht es auch dringend WLAN in Pflege- und Altersheimen. Darüber schreibt Yeu-Ching Chen für Netzpiloten.

Worum geht’s: Um Teilhabe. Und das Recht auf Internetzugang, auch im Alter. So einfach ist das. Aber laut Schätzungen stünde nur in jedem dritten Altersheim WLAN zur Verfügung, schreibt die Autorin. Mit großen digitalen Schritten gehe hier das Käthe-Richter-Haus in Berlin voran, so Yeu-Ching Chen unter Bezugnahme auf einen Welt-Artikel über die Einrichtung.

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Die Vorteile liegen für die Autorin klar auf der Hand: Die Einrichtung werde mit WLAN attraktiver, mit Tablets könnten die Silver Surfer auch ihr Gedächtnis fit halten und der Kontakt zu Enkeln und Urenkeln ist schneller und einfacher.

Den ganzen Text von Yeu-Ching Chen findet ihr hier. Dazu gibt es auch einen passenden Podcast von Netzpiloten im gleichen Artikel.

Ja, aber: Klingt gut. Aber WLAN allein reicht nicht. Denn ein bisschen Unterstützung beim Umgang damit brauchen die meisten User:innen Ü60 schon. Und mit Blick auf die Situation in Pflegeberufen zwischen oft schlechter Bezahlung und dafür umso mehr Arbeit, ist das zeitlich nicht machbar – da hilft auch kein Klatschen. Dafür gibt es aber extra Medientrainer:innen – und eine von ihnen war schon zu Gast bei uns im Podcast: Katja Bröckl-Bergner. Hört mal rein!

Das wirklich wahre Homeoffice

Wie habt ihr eigentlich eure Zeit im Homeoffice verbracht, wenn ihr dieses Privileg denn genießen konntet? Ich persönlich habe es oft erst kurz vor knapp in morgendliche Meetings geschafft: obenrum professionell, untenrum Jogginghose. Damit bin ich schon angezogener als andere, wie ein Foto der Wissenschaftlerin Gretchen Goldman zeigt. Darüber schreibt das Portal jetzt.

Worum geht’s: Was in Videokonferenzen so schick und aufgeräumt aussieht, ist oft nur Fassade. Das zeigt das Foto von Wissenschaftlerin und Mutter Gretchen Goldman. In der Kamera ist sie mit gelbem Blazer zu sehen, dahinter Spielzimmer-Chaos und keine Hose. Ein ziemlich toller Post, der auch zeigt: Während Corona und Homeoffice sind es besonders arbeitende Eltern und nochmal ganz besonders Mütter, die irgendwie den Spagat zwischen Job, Kindern und Haushalt schaffen müssen. Über Privatleben reden wir dann 2021 wieder. Haltet durch!

Die jetzt-Redaktion hat sich dann mal online umgeguckt und noch so einige witzige und auch nachdenklich machende Tweets gefunden. Schaut mal hier. Ich sage mal so: Unterschätze nie die Macht des Bügeleisens.

Das neue Landleben? Aber für wen denn?

Ein weiteres Fundstück aus dem Telegram-Kanal von Frederik Fischer, das wohl Twitter ziemlich aufgemischt hat. In der Welt schreibt Isabell Prophet über das neue Landleben. Auch unser Thema natürlich. Ihr Ansatz im Welt-Kommentar ist aber nochmal ein neuer, finde ich: Nicht die Familiengestaltung solle sich der Arbeit anpassen, sondern der Arbeitgeber der Lust der Familien aufs Landleben.

Worum geht’s: „Die Metropolen haben ausgedient. Wir Familien brauchen sie nicht mehr.“ Klare Ansage direkt zu Beginn. Zurück aufs Land, now. Denn die Jobs in der Großstadt seien zwar gut, aber die Mieten hoch. Gleichzeitig sei Pendeln maximal stressig und Wohnraum oder gar Platz für den Hausbau weder vorhanden noch bezahlbar. Deshalb müssten Arbeitgeber:innen frühzeitig Strukturen schaffen, die das flexible Homeoffice fernab der Großstadt ermöglichen.

Wir selbst waren diese jungen Leute, und wir haben uns ausgetobt. Wir haben die niedrigen Löhne hingenommen, die befristeten Arbeitsverträge akzeptiert. Wir haben die WGs und die kleinen, schäbigen Wohnungen für cool erklärt. Aber nun reicht es. Wir wollen gut leben.“

Quelle: Raus aus den Großstädten, zurück in die Heimat, Isabell Prophet, welt.de, 17.09.2020

Ja, aber: Der Text ist absolut spannend – und kontrovers. Beim ersten Kritikpunkt bin ich ganz bei Frederik Fischer, der selbst moniert, dass das Wir im Text, das auch ein Haus bauen wolle, ganz wie die Eltern, ein ziemlich exklusives (sagt Frederik Fischer) oder auch hart privilegiertes (sage ich) ist. Dieses Wir, es gehört mindestens zur Mittelschicht, ist sehr gut ausgebildet, will im Grünen leben – aber wo soll es sein, dieses Landleben? Oder besser gesagt, wie?

Was genau soll das Landleben denn sein?

Denn genau das ist ein weiterer Kritikpunkt für mich: das Bild vom Leben auf dem Land, das die Autorin in ihrem Kommentar feinsäuberlich pinselt. So ein richtiges Landleben soll es dann nämlich doch nicht sein. Lieber Kleinstadt statt Dorf, schreibt Isabell Prophet. Kann ich verstehen, denn Dorfleben bedeutet oft auch: kaum ÖPNV, wenig bis kein Einzelhandel, schlechtes Internet. Und das ist wiederum sehr unattraktiv für junge Familien. Aber dieses Bild von diesem digitalen Provinzleben (ha!) ist ziemlich urban. Ohne in Whataboutism zu verfallen, möchte ich anmerken: Lasst uns doch mal darüber sprechen, wie wir auch das Land-Land, nicht nur das urban gefärbte Land, beleben können.

Was denkt ihr? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt an: digitaleprovinz@korrekturnachoben.de

Grundsätzlich finde ich die Kritik des Kommentars gelungen: Nicht die Familie muss sich aufs Brechen biegen, sondern Arbeitgeber:innen neuen Bedürfnissen anpassen. Wird auch Zeit, finde ich.

Den ganzen Text findet ihr übrigens hier.

Event: Creative Bureaucracy Festival 2020

Verwaltung und Bürokratie klingen für 99,83636 Prozent der Menschen weder sexy noch cool. Aber: Das können sie sein, wenn es um Umdenken, Neudenken, Neumachen geht. So wie beim Creative Bureaucracy Festival 2020 vom 28. September bis 2. Oktober.

Worum geht’s: Eine gute Verwaltung ist eine der Voraussetzungen für eine moderne Gesellschaft, heißt es zusammengefasst im Manifest des Creative Bureaucracy Festival. Dazu gehört auch Wertschätzung der Verwaltung – und Anpassung an den Wandel der Gesellschaft. Im Rahmen des Festivals, das rein virtuell stattfinden wird, sollen kreative Verwaltungsköpfe aus der ganzen Welt zusammenkommen und neue Perspektiven schaffen. Klingt auf jeden Fall spannend!

Das Programm:

Da das Festival an fünf Tagen rund 300 Speaker:innen in über 140 Sessions am Start hat, kann – und will – ich nicht alles aufzählen. Deshalb gibt es eine kleine Auswahl von mir für euch. (Disclaimer: Das ist alles nur geklaut von der Programm-Website.)

URBANE RESILIENZ: WIE KOMMEN STÄDTE GESTÄRKT AUS DER CORONA-KRISE?

Die schnelle Ausbreitung von Corona in Städten von New York bis Hamburg hat gezeigt: Wo viele Menschen dicht auf engem Raum leben, können Pandemien besonders schwere Auswirkungen haben. Wenn Büros, Geschäfte, Restaurants und Kulturstätten über Wochen geschlossen und die Menschen zu Hause bleiben, ist nicht nur der wirtschaftliche Schaden immens, sondern auch der soziale. Was können Städte aus der Corona-Pandemie lernen? Sind unsere Städte schon längst an ihre Grenzen gestoßen? Wie müssten Städte künftig geplant bzw. weiterentwickelt werden, damit Lebensqualität, wirtschaftliche Prosperität, soziales Miteinander und Sicherheit gelingen – wie werden sie resilient gegenüber neuen Herausforderungen? Von welchen Best-Practices können wir hierbei schon lernen? Und liegt die Zukunft überhaupt noch IN der Stadt? Eine Stunde Urban-Change Talk!

Ein Panel in Kooperation mit dem Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung und der Urban Change Academy.

Wann: Montag, 28. September, 12-12.55 Uhr, Bühne 2.

NICHT-BAUEN ALS NACHHALTIGE LÖSUNG? – WIE WERDEN NACHHALTIGKEITSZIELE IN BAUPROJEKTEN UMGESETZT?

Das Schlagwort der Nachhaltigkeit ist aus den Medien und öffentlichen Diskussionen nicht mehr wegzudenken. Für alle föderalen Ebenen der Verwaltung ist das Thema hochaktuell. Mit dem 2019 in Kraft getretenen Klimaschutzgesetz und dem Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Folgen stehen ein regulatorischer Rahmen und finanzielle Mittel zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen zur Verfügung. Der große Einfluss des Gebäudesektors auf die Erreichung der Ziele ist weithin bekannt.

Doch was ist eigentlich unter Nachhaltigkeit zu verstehen, wenn es ums Bauen geht? Und wie kann die politische Agenda in konkrete Maßnahmen übersetzt werden? Was tun, wenn Zielkonflikte auftauchen?Ausgehend von den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) werden in dem Training Methoden vermittelt und diskutiert, um nachhaltige öffentliche Bauprojekte zu entwickeln.

Für dieses Online-Training ist eine kostenfreie Anmeldung durch Klicken auf „Registrieren“ erforderlich.

Wann: Dienstag, 29. September, 10-10.45 Uhr, Bühne 2.

GEMEINWOHLBASIERTE DATA GOVERNANCE FÜR EIN SMARTERES BERLIN – WIE KANN DAS AUSSEHEN?

Ob über das Verkehrsaufkommen oder die Luftreinheit – es stehen mehr und mehr Daten zur Verfügung, die von Politik und Verwaltung für bessere Politik und Verwaltungsarbeit genutzt werden könnten. Das bedarf jedoch auch neuer Formen der Kooperation zwischen Kommunen bzw. Städten wie Berlin und privatwirtschaftlichen Unternehmen wie Siemens. Wie können solche Kooperationen aber aussehen und welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen, um berechtigter Skepsis auf Seiten der Bürger zu begegnen?

Prof. Jochen Rabe diskutiert diese Fragen mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und Siemens-Vorstand Cedrik Neike.

Wann: Mittwoch, 30. September, 14-14.45 Uhr, Bühne 3.

ART THINKING

Lernen Sie, mit Art Thinking Ihrer Kreativität mehr Freiraum zu geben. Gewinnen Sie anhand von Praxisbeispielen und dem Einsatz ausgewählter Techniken einen Einblick, wie Sie von Art Thinking in Ihrem Verwaltungsalltag gezielt profitieren.

Wann: Donnerstag, 1. Oktober, 16-16.35 Uhr, Bühne 3.

WIE VERÄNDERE ICH DIE STADT?

Wie mache ich ein Verkehrsexperiment? Worauf muss ich bei der Online-Beteiligung achten? Wie schaffe ich es, dass mein Stadtentwicklungsprozess nicht zur Qual wird? Auf solche konkreten Praxisfragen gibt die Urban Change Academy ab Anfang 2021 Antworten. Mit praxisbezogenen Trainings und Austauschformaten vermittelt die Urban Change Academy Wissen und Werkzeuge für ambitionierte Stadtmacher:innen in Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Diese Session zeigt anhand konkreter Beispiele, wo die Urban Change Academy ansetzen will: Woran hakt Veränderung in der Praxis und wie kann man aus konkreten Beispielen für die Zukunft lernen?

Wann: Freitag, 2. Oktober, 10-10.45 Uhr, Bühne 3.

Anmeldung & Infos

Zur Anmeldung für das Creative Bureaucracy Festival geht’s hier, mehr Infos zum Programm und den anderen gefühlt 924 Sessions findet ihr hier.

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Neue Podcast-Folge: Stefan Müller-Schleipen von den Stadtrettern

Wie kann man eigentlich die Innenstädte retten – besonders jetzt in time of ‚Rona? Die Antwort darauf wollen die Stadtretter finden, durch Vernetzung und Austausch von Kommunen, Unternehmen und Akteur:innen. Wie das klappen kann und warum wir die Innenstadt neu denken müssen, erklärt Mit-Initiator Stefan Müller-Schleipen mir in der neuen Folge des Digitale Provinz-Podcasts. Hört rein!

Tschüss & bis dann!

Bevor ich in den Urlaub renne, habe ich noch einen sehr spannenden Artikel zum Thema Coworking Space als politischer Raum. Darüber schreibt Susan Djahangard in ihrer Kolumnen-Reihe Sie zahlt für die taz.

Worum geht’s: Um Sexismus, Rassismus und Bro-Kultur am Arbeitsplatz. Gibt es nämlich nicht nur in den Büros und Agenturen dieser Welt – sondern mitunter auch im Coworking Space gratis zum Schreibtisch dazu. Eine Reaktion darauf ist die Gründung von Coworking Spaces nur für Frauen. Macht Sinn, findet die Autorin, „wenn das Besondere am Coworking-Space für Frauen nicht ist, dass die Sessel rosa sind (sieht bisher leider oft so aus).“

Das Fundstück habe ich aus dem Telegram-Channel von Tobias Kremkau, der daran unter anderem kritisiert, dass der Preis mit ein paar Abstrichen für einen Coworking-Platz auch durchaus unter 100 Euro liegen kann. Sehe ich auch so, die grundsätzliche Perspektive von Susan Djahangard teile ich aber: Women only-Coworking Spaces sind wichtig. Mehr dazu habe ich in Weekly #15 geschrieben.

So, das war’s. Wir lesen uns in zwei Wochen. Bleibt digital!

Auf dem Bild ist ein silberens MacBook Pro zu sehen, das auf einem Holztisch steht. Auf dem Bildschirm ist der Schriftzug Weekly zu lesen, links daneben steht das Digitale Provinz-Logo, rechts vom Schriftzug ist das Korrektur NachOben-Logo. Links neben dem MacBook Pro liegt eine Sonnenbrille, Kopfhörer und ein Smartphone.

Digitale Provinz ist ein Projekt von Korrektur NachOben.