Auf dem Bild ist ein silberens MacBook Pro zu sehen, das auf einem Holztisch steht. Auf dem Bildschirm ist der Schriftzug Weekly zu lesen, links daneben steht das Digitale Provinz-Logo, rechts vom Schriftzug ist das Korrektur NachOben-Logo. Links neben dem MacBook Pro liegt eine Sonnenbrille, Kopfhörer und ein Smartphone.

GuMo, liebe Digitale Provinzler:innen! Ich, Susanne, hoffe, ihr hattet eine gute Woche und startet fit und fröhlich in den Freitag. Ok, real talk: Ich hoffe, ihr schafft den letzten Tag der Woche auch noch, ihr habt gut durchgehalten, ich glaube an euch, und dann – Wochenende. Nächste Woche sehen wir uns dann beim Macher:innen-Tag! Vorher noch das Schnapszahl-Weekly #44 mit:

In Tangerhütte gibt’s das Rathaus fürs Smartphone

Behördengänge machen selten Spaß – in Zeiten von Corona schonmal gar nicht. Wer kennt nicht die Schlange, die sich aktuell bereits 30 Minuten vor der eigentlichen Öffnungszeit vor Bürgerbüro Nord Süd Ost West bildet? Genau. Was kann da helfen? Genau 2.0.: Die Digitalisierung. In der Altmark ist die Verwaltung da schon ganz vorne mit dabei. Seit sechs Monaten gibt es dort das Digitale Rathaus Tangerhütte. Und das wiederum gibt es seit Anfang der Woche als auch App: Das Rathaus fürs Smartphone.

Worum geht’s: „Wir möchten von der Bedienerfreundlichkeit das Amazon für Verwaltungsleistungen sein“ – das sagt Bürgermeister Andreas Brohm in der Pressemitteilung. Ja, das ist auf jeden Fall eine Ansage, und zwar eine erfreuliche: In Tangerhütte wird Digitalisierung großgeschrieben, wie unter anderem die App zeigt. 16 Bürger:innen-Dienste wie Terminanfrage und -stornierung stehen über die App zur Verfügung. Laut Pressemitteilung sind über 600 Bürger:innen für den digitalen Service der Stadt registriert, der für die Nutzung der App erforderlich ist.

Hat da jemand Datenschutz gesagt? Ja, same. Die App erfordert laut Hersteller innocon eine 2-Wege-Anmeldung sowie die Einrichtung einer Biometrieauthentifikation. Bedeutet: Das Smartphone benötigt einen Fingerabdruck-Scanner oder eine Funktion zur Gesichtserkennung.

Bitkom-Umfrage: 56 Prozent mit digitalen Verwaltungsdienstleistungen „nicht zufrieden“

E-Government ist eines der ganz großen Themen – zumindest im Internet. Wie es bei der tatsächlichen Umsetzung von Digital-Strategien in Verwaltungen aussieht, habe ich hier in Weekly 39 schon einmal ausführlich erklärt, Stichwort Monitor Digitale Verwaltung. Spoiler: leider nein, leider gar nicht. Umso wichtiger, dass eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalts Altmark ganz vorne mit dabei ist und damit ein wichtiges Signal sendet, denn: Die Nachfrage ist da, das Angebot aber unbefriedigend, wie eine repräsentative Umfrage von Bitkom mit über 1000 Befragten zeigt. 56 Prozent sind mit den jetzigen Angeboten im Bereich E-Government der für sie verantwortlichen Verwaltung nicht zufrieden.

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Event: Smart Country Convention goes digital

Und wir bleiben noch kurz bei E-Government: Die diesjährige Smart Country Convention hat sich dieses Jahr – wie viele andere und yours truly Macher:innen-Tag ebenfalls (Wie, noch kein Ticket? Schnell hier klicken!) – ins Digitale verlagert. Am 27. Oktober dreht sich alles um die Digitalisierung der Verwaltung und am 28. Oktober um das Themenfeld Smart City.

Und das Beste: Die Veranstaltung ist kostenlos, einfach hier registrieren und am Dienstag und Mittwoch kommender Woche einschalten. Ich habe zu jedem Tag zwei persönliche Session-Empfehlungen für euch rausgesucht.

Programmtipps für den 27. Oktober: E-Government Day

Digitalisation of Basic Education in Finland

Wer & Was: In dieser Keynote erklärt die finnische Bildungsministerin Li Andersson, wie Digitalisierung in finnischen Schulen umgesetzt wird. Außerdem diskutiert sie über den Umgang finnischer Schulen im Frühling 2020 mit der Umstellung auf digitalen Unterricht aufgrund von Corona.

Wann & Wo: Dienstag, 27. Oktober, 12:15 – 12:45 Uhr, Kanal Smart Plaza

Cloud in der Verwaltung und Wirtschaft

Wer & Was: In der Session wird es zwei Impulse geben, von Pia Karger, Abteilungsleiterin DG – Digitale Gesellschaft, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, und von Marco-Alexander Breit, Leiter der Stabstelle Künstliche Intelligenz, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Danach werden beide zusammen mit Mario Walther, Managing Director von Accenture, im Panel zum Thema Cloud diskutieren. Dazu noch ein Spotlight ‚Security in der Cloud – Worauf muss geachtet werden?‘ von Cornelius Kopke und Thomas Baumgart, beide Google Cloud.

Wann & Wo: Dienstag, 27. Oktober, 14:30 – 15:30 Uhr, Kanal Digital Forum

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Programmtipps für den 28. Oktober: Smart City Day

Nachhaltigkeit durch Digitalisierung

Wer & Was: In der Session wird es im Rahmen der Female Founders Pitches „digitale Lösungen für Nachhaltigkeit“ drei Pitches geben von Franziska Altenrath, Geschäftsführerin TUTAKA GmbH, Lubomila Jordanova, Co-Founder und CEO PlanA. Earth sowie von Anke Odrig, Geschäftsführerin LITTLE BIRD GmbH. Außerdem diskutieren im Panel zum Thema So geht Nachhaltigkeit in Smart Cities Kevin Köhler, Referent für Digitalstrategien Freie und Hansestadt Hamburg, und Dr. Natalie Pfau-Weller, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Fraunhofer IAO/Universität Stuttgart IAT.

Wann & Wo: Mittwoch, 28. Oktober , 09:30 – 10:30 Uhr, Kanal Digital Forum

Smarte.Land.Regionen – Ein digitales Ökosystem für den ländlichen Raum

Wer & Was: Mit der Digitalisierung ergibt sich die große Chance, regionale Unterschiede und Standortnachteile auszugleichen. Dabei rücken aber nicht nur einzelne digitale Dienste, sondern auch vernetzte digitale Ökosysteme ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Session widmet sich der Entwicklung und Einführung eines digitalen Ökosystems für ländliche Räume. Im Zuge dessen wird das Modellvorhaben Smarte.Land.Regionen vorgestellt, mit dem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Digitalisierung in ländlichen Regionen vorantreibt. Mit dabei sind u. a. Prof. Dr. Engel Friederike Hessel, Digitalisierungsbeauftragte im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, mit einem Input zu Digitalisierung ländlicher Räume. Auf dem Weg zu Smarten.Land.Regionen. Der Text stammt von der Website, mehr Infos hier.

Wann & Wo: Mittwoch, 28. Oktober, 10:45 – 11:45 Uhr, Kanal Deep Dive Sessions

Natürlich gibt es noch etliche weitere Sessions und Panels. Das komplette Programm gibt es hier, kostenlos anmelden könnt ihr euch hier.

Für Digital-Expertin Francesca Bria gehören City Data zur städtischen Infrastruktur

Über öffentlich generierte Daten und deren Nutzung – beziehungsweise Nicht-Nutzung – habe ich schon in Weekly 38 geschrieben. Für Digital-Expertin Francesca Bria sind diese nicht nur wertvoll, sondern auch notwendiger Teil der städtischen Infrastruktur. Das erklärt sie in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mit Niklas Maak. Francesca Bria ist nicht nur Digital-Expertin, sondern auch Präsidentin des italienischen Innovation-Funds der Cassa Depositi e Prestit, hat eine Ehren-Professur beim Institute for Innovation and Public Purpose inne und ist Senior Adviser für UN-Habitat. Ja, genau.

Worum geht’s: Mit ihrem „Decode Project“ setzt sich Francesca Bria dafür ein, dass Bürger:innen über ihre Daten frei entscheiden dürfen. In Zeiten von Facebook und der häufig zu unbesorgten Herausgabe von Daten auf Nutzer:innenseite, kein leichtes, aber ein notwendiges Unterfangen. Denn Daten sind wertvoll, weiß Bria: „Die Abschöpfung von personenbezogenen Daten brachte nach einer neuen Statistik rund 76 Milliarden Dollar Umsatz.“ Uff. Und davon ist nichts, absolut rein gar nichts, in die öffentlichen Verwaltungen geflossen.

Das liegt zum einen an der bisher kaum vorhandenen Wahlfreiheit der Bürger:innen, wenn es um ihre Daten geht. Zum anderen aber auch daran, dass es keine Modelle zur Verwaltung der öffentlichen Daten gebe. Und hier sind wir wieder auf Behörden-Ebene.

Öffentliche Daten von Bürger:innen für Bürger:innen

Wie eine bürgerliche Daten-Emanzipation aussehen könnte, hat Bria in Barcelona getestet. Dort wurden in einem Hybrid-Projekt über eine digitale Bürger:innenbeteiligungsplattform Daten erhoben und auch in Offline-Treffen politische Ziele definiert – bis hin zum Fahrradweg. In einem weiteren Schritt wurden in Vergabeverträgen an Privatfirmen Klauseln integriert, die die so erhobenen Daten als öffentliches Gut definieren und in maschinenlesbarer Form an das Rathaus abgeliefert werden mussten. Gleichzeitig steuern die Bürger:innen über eine App, welche Daten sie freigeben möchten, um beispielsweise die Verkehrsdaten an die Stadt weiterzuleiten und so helfen den Verkehr zu verbessern.

Das wirklich spannende Interview mit weiteren Ideen zur rücksichtsvollen Ausgestaltung von Smart Cities und was alte italienische Dörfer damit zu tun haben, lest ihr hier.

Vom Homeoffice ins Coworking? So verändert Corona unsere Arbeitswelt

Ich habe es wieder und wieder geschrieben: Corona ist furchtbar, das einzig, EINZIG leicht Gute ist für einen Teil privilegierter Arbeitnehmer:innen das Homeoffice – immer noch nicht für alle (insert leises Balkonklatschen). Aber: Auf das Office im Home sind die wenigsten Personen räumlich vorbereitet. Da wird dann Wohn- oder Schlafzimmer zum Büro umgestaltet. Auch die vermeintlich positive Flexibilität hat ihre negative Seite: Besonders Frauen sind jetzt doppelt belastet. Darüber schreibt Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Wenzel Matiaske für die taz. Ein Lösungsansatz: mehr Coworking Spaces für alle.

Worum geht’s: Die Pandemie habe gezeigt, dass es in Prä-Corona-Zeiten eine Menge ungenutztes Potenzial im Bereich Homeoffice gegeben habe, schreibt der Wissenschaftler Wenzel Matiaske. Das fliegt uns jetzt um die maskenhaltenden Ohren – sage ich. Ungenutztes Potenzial bedeutet nämlich auch in meiner Lesart: unvorbereitet. Wer Glück und Privileg hat und hatte, zog sich ins Homeoffice zurück. Darauf waren aber weder die meisten Arbeitgeber:innen noch das Telearbeitsgesetz vorbereitet.

Grenzenlos zwischen Freizeit und Arbeit?

Und nicht nur das. Das Büro im gemieteten eigenen Heim (und selten im Eigenheim) bedeutet auch Platz- und Distanzprobleme. Wenn der Feierabend nur das Verschieben des Laptops von Wohn- ins Schlafzimmer bedeutet – wenn denn vorhanden – , fällt die Abgrenzung zur Arbeit schwer. Wenzel Matiaske führt auch noch einen weiteren Punkt an. Viele Frauen nutzen die durch das Homeoffice gewonnene Flexibilität vor allem für Care Arbeit, also für die Sorge um Kinder, Familie, Verwandte. Das tun auch Männer, aber die bereits vor der Pandemie ungleich verteilte unbezahlte Sorgearbeit zeigt sich auch in der Corona-Krise.

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Zumindest das räumliche Problem ließe sich lösen – und zwar mit Coworking Spaces, so Matiaske. Viele Bundesländer verstünden diese mittlerweile als Teil ihrer Digitalstrategie. Ein Coworking Space kann in sogenannten Pendler:innen-Regionen Arbeitsplätze vor Ort schaffen und gleichzeitig ländliche Räume beleben. Zumindest letzteres deutet sich bereits jetzt an, wie wir dank des Projekts Coconat in Brandenburg wissen.

Den ganzen Text mit weiteren Inputs von Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Wenzel Matiaske findet ihr hier.

Speaking of Coworking: In unserer allerallerersten Folge des Digitale Provinz-Podcast hatten wir Coworking-Mastermind Tobias Kremkau zu Gast. Die wirklich sehr informative und gute Folge lasse ich euch nochmal hier.

Event: Frauen machen Mobil(ität)

In der Mobilitätsbranche sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Darüber habe ich in Weekly #43 bereits berichtet. Umso mehr freue ich mich, dass ein Event der Grünen diese jetzt in den Fokus rückt. Bei der Digital-Konferenz Frauen machen Mobil(ität) am 31. Oktober bis 1. November dreht sich alles um – ja, der Name sagt’s – Frauen in der Mobilitätsbranche.

Worum geht’s: Der Name ist Programm. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer feministischen Mobilitätspolitik und wie diese aussehen kann. Dabei geht es auch um die Themen Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Der zweitägige Digital-Kongress läuft vom 31. Oktober bis 1. November, bietet den Teilnehmer:innen an beiden Tagen Vorträge und je einen Workshop-Block. Das ganze Programm findet ihr hier.

Mit dabei: Mobilitäts-Expertin Katja Diehl mit einer Session zu „Mehr Feminismus wagen – klimagerechte Mobilität braucht neue Ansätze!“ Feministische Mobilität. Katja war auch schon bei uns im Podcast mit Moderator Daniel Krüger und ich sag mal so: #Autokorrektur has never been the same since. Hört mal rein!

Neue Studie: Es gibt nicht die eine digitale Kommune – sondern vier

Warum ist Kommune X gefühlt so viel digitaler unterwegs als Kommune Y – das ist eine der Fragen, die wir uns bei Digitale Provinz immer wieder stellen. Motivation? Geld? Aversion gegen Digitales? Boomer vs. Digital Native? Thesen gibt es viele. Eine neue Studie hat 400 deutsche Kommunen analysiert, dabei vier Typen von digitalen Kommunen herausgearbeitet und aufgezeigt, was diese voneinander lernen können. Darüber berichtet Kommune 21.

Worum geht’s: Eine gemeinsame Studie des Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT) und der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) hat den Umgang 400 deutscher Kommunen mit dieser Digitalisierung untersucht. Dabei zeigen sich vier unterschiedliche Typen von Kommunen, die je nach wichtigstem Digitalisierungsziel unterteilt wurden: die Bedächtigen, die Optimierer:innen, die Serviceorientierten und die Community Manager:innen.

Vier Typen von digitalen Kommunen

Während die Bedächtigen sich auf Fördermittel und die gesetzeskonforme Umsetzung fokussieren, wollen die Optimierer:innen vor allem die Kommunen effizienter gestalten. Bürger:innennähe liegt besonders den Serviceorientierten am digitalen <3 und die Community Manager:innen wollen die örtliche Gemeinschaft stärken.

Was diese Typen voneinander lernen können und wie es zu dieser Ausgestaltung kommt – lest ihr hier. Click the bait und so.

Übrigens: Die Studie wird nächste Woche Donnerstag via Zoom vorgestellt. Anmelden könnt ihr euch hier

Macht’s gut, bleibt digital & zu Hause

Kurzer Reminder noch von mir und uns an euch: Am 30. Oktober – nächste Woche Freitag!!111einself – ist unsere Digital-Konferenz Macher:innen-Tag! Wir freuen uns schon sehr, denn – ich sag’s euch – es. wird. gut.!

Auf dem Bild ist das Logo der Digital-Konferenz von Digitale Provinz zu sehen: der Macher:innentag. Das Logo besteht aus einem weißen Kreis, in dessen Mitte die Buchstaben d und p in dunkelgrün und in hellgrün stehen. Rechts davon geht ein dunkelgrüner Balken ab, auf dem in weißer Schrift Macher:innen-Tag steht. Darunter geht ein zweiter Balken vom Kreis ab, dieser ist hellorange und trägt die weiße Inschrift: die Digital-Konferenz.

Waaaaaaaaaaaaaaaas, ihr habt noch kein Ticket???

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Dann jetzt aber schnell! Erst Ticket, dann Wochenende und wir sehen uns am Freitag #digitalregional beim Macher:innen-Tag. Das Weekly fällt deshalb am 30. Oktober aus – so, das war’s jetzt wirklich.

Auf dem Bild ist ein silberens MacBook Pro zu sehen, das auf einem Holztisch steht. Auf dem Bildschirm ist der Schriftzug Weekly zu lesen, links daneben steht das Digitale Provinz-Logo, rechts vom Schriftzug ist das Korrektur NachOben-Logo. Links neben dem MacBook Pro liegt eine Sonnenbrille, Kopfhörer und ein Smartphone.

Digitale Provinz ist ein Projekt von Korrektur NachOben.

Die Grafik zeigt das Logo der Agentur Korrektur NachOben. Auf einem schwarzen Würfel stehen in weißer Schrift die drei Buchstaben k, n und o. Neben dem Würfel steht in schwarzer Schrift Korrektur NachOben.