Auf dem Bild ist ein silberens MacBook Pro zu sehen, das auf einem Holztisch steht. Auf dem Bildschirm ist der Schriftzug Weekly zu lesen, links daneben steht das Digitale Provinz-Logo, rechts vom Schriftzug ist das Korrektur NachOben-Logo. Links neben dem MacBook Pro liegt eine Sonnenbrille, Kopfhörer und ein Smartphone.

Es ist wieder soweit – Weekly-Time! Ich, Susanne, habe gelesen und gelesen und gelesen, damit ihr die #digitalregional-Highlights direkt in euer Postfach bekommt. Diesmal aus diesem Internetz:

Neuer BMEL-Bericht: So sieht’s auf dem Land™ aus

Das Land. Unendliche Weiten. Und viele Probleme: schlecht ausgebauter ÖPNV, Abwanderung, demografischer Wandel, medizinische Unterversorgung, um nur einige zu nennen. Aber wird schon, auch wenn es noch dauern wird. Das ist zumindest der Tenor des neuen Berichts des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Worum geht’s: Um die Lage auf dem Land, die Entwicklungen und die dazugehörigen bundespolitischen Maßnahmen. Bedeutet auch – Augen auf beim Lesen. Laut Bericht – und unserer eigenen Erfahrungen bei Digitale Provinz – gibt es eklatante Unterschiede zwischen Metropolregionen, aufblühenden ländlichen Räumen und den Regionen, in denen mindestens Arbeitsplätze fehlen. Deshalb ist das Ziel des BMEL: eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.

Viel zu tun, in allen Bereichen. Nun ja

Dabei soll unter anderem die Digitalisierung helfen und dabei soll die neue Gigabit-Strategie des Bundes helfen. Aber wir wissen: Digitalisierung und Deutschland – uff. Das BMEL nimmt hier besonders den Mittelstand in den Blick, der an dieser Stelle noch dringend Nachholbedarf habe. Dafür stünden seit 2019 insgesamt 26 Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren deutschlandweit zur Verfügung. Auf kommunaler Ebene müsse die Digitalisierung der Prozesse ebenfalls weiter vorangetrieben werden. Das Modellvorhaben Smarte Land.Regionen ziele außerdem darauf ab, die Menschen vor Ort mit Digitalisierung vertraut zu machen und in sieben ausgewählten Landkreisen neue digitale Lösungen zu erforschen. Weitere Initiativen befassten sich außerdem mit dem Kulturbereich.

Und nun? Viel zu tun. Das Stichwort im Bericht ist hier Dekade.

Ländliche Regionen in ihrer Entwicklung zu fördern und gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen und dabei sozial, ökonomisch und ökologisch ausgewogen, also insgesamt nachhaltig zu gestalten, bleibt eine Aufgabe für die kommende Dekade.“

Quelle: Bericht zur ländlichen Entwicklung des BMEL, S. 90.

Kurz gesagt: Der Bericht ist mehr Bestandsaufnahme als kritischer Blick auf die eigenen Programme. Es sieht nicht gut aus und es wird lange dauern, bis sich flächendeckend Lebensverhältnisse angleichen (so der Bericht) oder bis ländliche Räume auf der To-Do-Liste der Bundesregierung – der letzte Bericht stammt von 2016 – nach oben rutschen (so ich). Der Bericht gibt einen guten Überblick über die Situation, aber er stammt natürlich nicht aus neutraler Feder. Mir persönlich fehlt hier die Auseinandersetzung mit den eigenen Programmen und einfach der Nachweis ihrer Wirksamkeit – so weit dies möglich ist, denn viele Programme sind erst im letzten Jahr überhaupt angelaufen.

Ich, wenn ich die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Förderprogrammen und Vorhaben im Bericht suche:

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Denn – wie wir wissen – es gibt nicht den einen ländlichen Raum und Brandenburg mit seiner Nähe zu Berlin ist nicht Mecklenburg-Vorpommern. Auch der Fokus auf Unternehmen und nicht auf die Versorgung der Menschen, etwa im Bereich Internetzugang, stört mich persönlich. Wird, muss, sollte, könnte. Das findet sich sehr viel im Bericht zur Lage auf dem Land.

Natürlich befasst sich der Bericht mit etlichen weiteren Kernthemen, wie etwa dem Ehrenamt, was natürlich richtig und wichtig ist, aber auch zeigt: Ohne Ehrenamt in ländlichen Räumen wäre die soziokulturelle Versorgung – und mitunter auch die medizinische – schon gescheitert. Ich habe mich an dieser Stelle für einen Einblick mit Fokus auf die Digitalisierung entschieden, denn die ganzen 95 Seiten sprengen den Rahmen unseres Weeklys. Nehmt euch die Zeit, lest den BMEL-Bericht kritisch und schreibt uns gerne einen Kommentar oder eine Mail (digitaleprovinz@korrekturnachoben.de) mit euren Gedanken dazu.

Übrigens: Die Kritik teilt die Twitter-Community in einigen Punkten, wie die Kommentare unter Regierungssprecher Steffen Seiberts Original-Posting zeigen.

Das letzte Einhorn, oder: Fachkräfte für die Provinz

Fast 70 Prozent der deutschen Unternehmen hatten 2019 Probleme, Stellen im IT-Bereich zu besetzen. Eines der Probleme: Da, wo studieren und wohnen günstig ist, tobt nicht unbedingt das urbane Leben. Wie Unternehmen trotzdem Fachkräfte für die Regionen abseits von Berlin und Hamburg gewinnen, berichtet Florian Zinner bei Deutschlandfunk.

Worum geht’s: Das kurze Feature zeigt am Beispiel eines jungen Unternehmers aus Halle, dass Tech-Unternehmen auch außerhalb von Metropolen funktionieren können. Wenn da nicht der Mangel an Fachkräften wäre. Für den Gründer ist klar: Der Weg beginnt bei den Ausbildungsbedingungen wie genügend Studiengängen an Universitäten in Kleinstädten.

Fachkräfte stärken die Regionen

Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter des Dresdner ifo-Instituts, sieht das Problem noch an anderer Stelle. So sei Ostdeutschland zwar attraktiv, wenn es um das Studium gehe. Nur: Es gebe kaum Jobs für hochqualifizierte IT-Kräfte. „Die Leute sind dann mehr oder minder gezwungen, aus der Region abzuwandern, wenn sie Karriere machen wollen“, so der Wissenschaftler gegenüber Deutschlandfunk. Die Folge: Fachkräfte konzentrierten sich auf wenige Metropolen innerhalb Deutschlands.

Hier könnten beispielsweise die Unis aktiv gegensteuern und den Student:innen die Region als Lebensmittelpunkt antragen. Schließlich profitiere davon auch eine ganze Region, wie Martin Tietje, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, erklärt. Er sieht an dieser Stelle jedoch die Unternehmen selbst und deren Arbeitsbedingungen in der Verantwortung. Indirekt wird dies bereits umgesetzt, unter anderem mit den Deutschland-Stipendien, die von Unternehmen finanziell unterstützt werden.

Den ganzen Beitrag findet ihr hier. Und zum Schluss noch der Klassiker:

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Das DigiMeter misst den Digitalisierungsgrad deiner Kommune

Verwaltungen sollen – und müssen bis 2022, looking at you Onlinezugangsgesetz (OZG) – digitaler werden. Dass das nicht ganz so einfach zu sein scheint, darüber habe ich schon öfter berichtet. Es gibt gute Beispiele wie etwa das Digitale Rathaus in Tangerhütte, dass 22 von derzeit 28 Online-Diensten in ganz Sachsen-Anhalt stellt (mehr dazu hier). Oft ist aber nicht ganz klar, wie digital die eigene Verwaltung eigentlich aufgestellt ist und welche Schritte die nächsten sein müssen. Auftritt DigiMeter. Das Tool von der DigitalAgentur Brandenburg erfasst bereits digitalisierte Prozesse und hilft bei der Planung.

Worum geht’s: Verwaltungen sind per Gesetz dazu verpflichtet, digitaler zu werden. Dabei muss im Prozess aber zunächst einmal klar werden: Wie ist eigentlich der Digitalisierungsstand aktuell und was muss getan werden, um diese Transformation möglichst sinnvoll und zeitnah umzusetzen. Die gute Nachricht: Dafür gibt es ein hilfreiches Tool. Das DigiMeter der DigitalAgentur Brandenburg. Dies nimmt per PDCA-Zyklus (plan, do, check, act) eine tiefgehende Selbstbewertung vor. Diese ist in neun Themenfelder untergliedert, zum Beispiel Führung und Steuerung und Bürgerbezogene Ergebnisse. Diese wiederum werden in zwei Kategorien unterschieden – Befähigungsthemenfelder und Ergebnisthemenfelder.

Aus den Ergebnissen erstellt das Programm Visualisierungen, Auswertungen und mögliche Ziele und deren Umsetzungen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre. „Das ist kein kurzer Check-up, sondern ein detailliertes Reifegradmodell“, erklärt Peter Siebert, Bereichsleiter Smart City der DigitalAgentur Brandenburg gegenüber Digitale Provinz. Dieses anspruchsvolle und kostenfreie Tool sei aktuell zwar für die Brandenburger Kommunen gedacht, ließe sich aber auch für andere Bundesländer konfigurieren. Ansprechpartnerin für das DigiMeter ist Madleen Pahl: madleen.pahl@digital-agentur.de.

Die genaue Anwendung des DigiMeters erläutern eine Kurzpräsentation auf der Website der DigitalAgentur Brandenburg sowie ein Erklärvideo. Außerdem bietet die Agentur laut Website auch ein Coaching-Angebot zur Ableitung von Handlungsempfehlungen an.

OZG: Online-Antrag für Breitband-Ausbau

Breitbandausbau – ein Drama in 843 Akten. Es ist ein zähes Ziel, das Bund, Länder und Kommunen verfolgen, aber ein sehr dringliches. Einen Teilschritt auf diesem Weg liefern jetzt die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen: Telekommunikationsunternehmen können Anträge für Leitungsverlegung in Kommunen jetzt online stellen. Darüber berichtet Kommune21.

Worum geht’s: Das digitale Antragsverfahren klingt auf den ersten Blick nicht unbedingt spektakulär, macht aber vieles einfacher. Für die Leitungsverlegung in Kommunen müssen die Telekommunikationsunternehmen, wie die mit dem magentafarbenen T, eigens Anträge stellen. Dies geschah bisher auf dem Papierweg. Für die Online-Beantragung steht eine visuelle digitale Kartenansicht zur Verfügung. Außerdem können die Unternehmen auch eigene Geo-Daten einbinden.

„Darüber hinaus erleichtern standardisierte Datenfelder die Beschreibung des Vorhabens und reduzieren fehlerhafte Angaben bei der Antragstellung“, heißt es bei Kommune21. Sollte doch etwas noch verändert werden, können die Behörden das online erledigen, was den Zeitaufwand für eine Genehmigung minimieren soll.

Aktuell wird dieses Online-Verfahren in sieben Kommunen in Rheinland-Pfalz und Hessen getestet. Gemäß des Modells „Einer für Alle“ soll die digitale Beantragung in einem nächsten Schritt dann auch den anderen Bundesländern zu Verfügung gestellt werden. Mehr Infos dazu findet ihr hier und hier.

Doku-Serie: Bachel… Landwirt:in gesucht!

Irgendwie sucht jede:r was: Die Bachelorette den Mann (in einigen Ländern auch die Frau, yay!) fürs Leben, Bauern suchen Frauen, Mütter suchen Schwiegertöchter für ihre Söhne – und jetzt sucht die Produktionsfirma megaherz eine:n Landwirt:in. Warum? Sie planen eine Dokufilm-Serie über Menschen, dir ihr Leben verändern wollen, raus aus der Stadt, rein in die Landwirtschaft. Yay!

Worum geht’s: Du hast Interesse an Nachhaltigkeit, Gärtnern oder ökologischer Landwirtschaft und keine Lust mehr auf Stadtleben? Dann kannst du dich jetzt bewerben für eine Dokufilm-Serie der Produktionsfima megaherz. Los geht’s ab Sommer 2021 für ein Jahr – gegen Bezahlung und mit der Chance, dort ein eigenes landwirtschaftliches Projekt zu starten. Der „Hof mit Startup-Charakter“ (!) liegt – no surprise – im Berliner Umland.

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Und wie? Mit einem Lebenslauf, Fotos und einem kurzen Bewerbungsvideo, in dem der Bezug zur Landwirtschaft und Nachhaltigkeit klar wird. Das Ganze sendest du bis zum 30. November 2020 per E-Mail an landwirtschaft@megaherz.org.

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Event: Coworking im ländlichen Raum – Menschen, Modelle, Trends

Coworking ist gekommen, um zu bleiben. In beinah allen Ecken Deutschlands formieren sich mittlerweile Coworking-Spaces, die vor allem für Arbeitnehmer:innen im ländlichen Raum neue Arbeitszeit-Modelle ermöglichen. Wie groß der Impact von Coworking in strukturschwächeren Regionen tatsächlich ist, hat die Trendstudie „Coworking im ländlichen Raum – Menschen, Modelle, Trends“ der Bertelsmann Stiftung untersucht. Die Ergebnisse der Studie werden am 19. November präsentiert.

Für diese Studie hat die CoworkLand Genossenschaft in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Zukunftsorte über 200 Interviews mit Nutzer:innen sowie Gründer:innen von Coworking-Spaces geführt – deutschlandweit, abseits der Metropolen. Am 19. November werden die Ergebnisse dann ganz #digitalregional von 11 bis 13 Uhr per Zoom präsentiert. Dafür könnt ihr euch hier anmelden.

Übrigens: Die CoworkLand Genossenschaft kennt ihr vielleicht schon – aus unserem Digitale Provinz-Podcast. Moderator und Head of Digitale Provinz, Daniel Krüger, hat mit Ulrich Bähr über Coworking und dessen Bedeutung für Kommunen gesprochen. Hört mal rein!

Bleibt digital & tragt Masken

Wir sind am Ende – und das Wochenende naht. Letzter Ausblick von mir bzw. von meinem Kollegen Philipp Rantzow von Korrektur NachOben. Er ist nämlich nicht nur Senior-Projektmanager, sondern auch Podcast-Pro und kümmert sich bei Korrektur NachOben unter anderem um die technische Seite des Digitale Provinz-Podcasts. Für D3 – So geht digital hat Philipp aufgeschrieben, warum das Audio-Format Podcast auch für soziale Organisationen ein wichtiges Thema sein sollte. Klickt rein, es lohnt sich!

Wir lesen uns nächste Woche – bleibt digital <3 !

Auf dem Bild ist ein silberens MacBook Pro zu sehen, das auf einem Holztisch steht. Auf dem Bildschirm ist der Schriftzug Weekly zu lesen, links daneben steht das Digitale Provinz-Logo, rechts vom Schriftzug ist das Korrektur NachOben-Logo. Links neben dem MacBook Pro liegt eine Sonnenbrille, Kopfhörer und ein Smartphone.

Digitale Provinz ist ein Projekt von Korrektur NachOben

Die Grafik zeigt das Logo der Agentur Korrektur NachOben. Auf einem schwarzen Würfel stehen in weißer Schrift die drei Buchstaben k, n und o. Neben dem Würfel steht in schwarzer Schrift Korrektur NachOben.