Auf dem Bild ist ein silberens MacBook Pro zu sehen, das auf einem Holztisch steht. Auf dem Bildschirm ist der Schriftzug Weekly zu lesen, links daneben steht das Digitale Provinz-Logo, rechts vom Schriftzug ist das Korrektur NachOben-Logo. Links neben dem MacBook Pro liegt eine Sonnenbrille, Kopfhörer und ein Smartphone.

Zwei mal 24 macht 48 wie Weekly #48, die Quersumme ist 12, nochmal die Quersumme ergibt drei. Was das für einen Sinn macht – weiß ich auch nicht. Aber das muss es wohl auch nicht, solange Worte mit Q und Quer beginnen, reißt man anscheinend die Menschen mit, wie wir in den letzten Wochen gelernt haben. Zurück zu den Fakten: Hier ist wieder alles Neue an der Schnittstelle #digitalregional von mir für euch:

Digitale Provinz NEWS: MachMal!-Sessions ab dem 2. Dezember

Wie ihr wisst, mussten wir unseren Macher:innen-Tag leider absagen. ABER: Wir haben uns was für euch überlegt – die MachMal!-Sessions. YES!

In zweiwöchigen Live-Streams gibt es einige Highlights aus unserem Programm als Workshops für euch. Der Stream wird auf unserem Twitter-Kanal und auf YouTube übertragen.

Wir starten am 2. Dezember, um 11 Uhr, mit Aktivist, Speaker und Journalist Kay Macquarrie und seiner Session zum Thema „Konstruktiv, innovativ, disruptiv! Wie die HaSe.App Teilhabe vereinfacht“.

Die Grafik zeigt den Speaker Kay Macquarrie, der am 2. Dezember in unserer MachMal-Session über die HaSe.App berichtet.

Stay tuned und klickt rein!

Impact von Coworking auf dem Land: Bertelsmann-Projekt Zukunft der Arbeit stellt Studie vor

Coworking ist eines der ganz großen Themen für Digitale Provinz. Umso gespannter war ich und waren wir auf die Vorstellung der Trendstudie Coworking im ländlichen Raum der Bertelsmann Stiftung. Das geschah – wie aktuell so oft – über Zoom. Ich war remote mit dabei – sowie über 350 andere – und habe die wichtigsten Ergebnisse der Zusammenfassung, nun ja, zusammengefasst. Spoiler: Coworking wird auf dem Land nicht nur von Digital Nomads genutzt.

Worum geht’s: Die Studie hat insgesamt über zwei Jahre 142 Coworking Spaces identifiziert, 166 Nutzer:innen und 52 Gründer:innen befragt. Das Ergebnis gibt einen bisher einzigartigen Überblick über Formen von Coworking und die Unterschiede zwischen Coworking in Stadt und Land.

Motivation häufig intrinsisch, nicht wirtschaftlich

Mit Blick auf die Nutzer:innen zeigt sich vor allem ein überraschender Altersunterschied. Während in urbanen Räumen vor allem die viel beschriebene Generation Y Coworking Spaces nutzt und kaum ältere User:innen, sind 25 Prozent der Nutzer:innen in ländlichen Coworking Spaces zwischen 50 und 64 Jahren alt – ok, Boomer! Immerhin machen sie rund 40 Prozent des Arbeitsmarktes aus in Deutschland. Natürlich zieht es auch in der Provinz die Digital Natives zum Coworking, sie machen die Hälfte der Coworker:innen aus.

Dabei ist auf dem Land auch Coworking Space nicht gleich Coworking Space. Natürlich gibt es die großen klassischen Spaces, mit mehr als 500 Quadratmetern Fläche und einem Office Manager. Es gibt aber auch spannende kleinere Spaces, wie etwa die als Bottom Hub benannten Initiativen. Diese finden sich in kleineren Dörfern, ihre Gründer:innen sind eher intrinsisch als wirtschaftlich motiviert. Will heißen: Nicht der Profit, sondern der Nutzen steht hier im Vordergrund.

Coworking als digitale Daseinsvorsorge auf dem Land

Ähnlich ist dies bei den Spaces, die Zukunft der Arbeit als Neue Dorfmitte bezeichnet. Sie entstehen meistens an den strukturschwachen Orten, an denen es Probleme gibt. Die Neue Dorfmitte sieht Coworking als Teil ihres Angebots, weil dies aus ihrer Sicht auch Daseinsvorsorge darstelle. Ulrich Bähr von der Genossenschaft Coworkland, die die Studie unterstützt hat, stellte hier den Vergleich mit einem Korallenriff auf: Da, wo der Meeresboden brach liegt, werden Betonklötze ins Wasser geworfen, um Korallen anzusiedeln. Sie markieren den Beginn wieder aufblühenden Lebens. Und da, wo ein Coworking Space mit angeboten wird, gibt es vielleicht einen Neuanfang für strukturschwache Regionen.

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Aber bringt aufblühendes digitales Leben auch nachhaltigen Aufschwung in die Region? Die Antwort: jein. Denn noch sei es zu früh, die Bewegung zu jung und so dauere es noch, bis die Effekte wahrnehmbar seien. Ulrich Bähr führt aber zwei bekannte Beispiele durch die Belebung von Coworking an: der Summer of Pioneers, der nachhaltig Kreative nach Wittenberg geholt habe, und das Projekt Coconat, um das sich viele weitere Projekte entsponnen hätten.

Viele weitere Infos, Nutzer:innentypen, Arbeitsformen und detaillierte Ergebnisse findet ihr in der Studie, die ihr hier herunterladen könnt. Kollege Matthias Kaufmann hat sich für Spiegel die Studie nochmal genauer angeschaut.

Stadt-Land-Forscherin Ariane Sept: „Ländliche Regionen nicht zu früh aufgeben“

Schon im letzten Weekly habe ich kurz über die Wissenschaftlerin Ariane Sept geschrieben. Sie hat zusammen mit Nicole Zerrer die Studie Smart Villagers as Actors of Digital Social Innovation in Rural Areas durchgeführt. Im Interview mit dem Saarländischen Rundfunk, erklärt die Forscherin, dass der Trend zum Wegzug aus der Stadt in den suburbanen Raum nahe der Stadt geht.

Worum geht’s: Irgendwie Landleben, aber in urban – der Trend geht zum Leben in Suburbia, berichtet Forscherin Ariane Sept. Diese Tendenz gebe es schon länger, aber in Statistiken machen sie nur einen Bruchteil aus, da die Deutschen vergleichsweise weniger Zweitwohnsitze angemeldet hätten, als etwa Länder wie Frankreich. Dennoch gebe es weiterhin das Phänomen der Landflucht, betont die Wissenschaftlerin.

Wenn nicht jetzt, wann dann raus auf’s Land?

Was die Pandemie aber gezeigt habe: Menschen, die schon länger darüber nachgedacht haben, die Stadt für das Land zu verlassen, hätten sich nun gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann? Das seien zum einen die Kreativen, deren Jobs häufig stark im Digitalen verankert sind und nicht an den Wohnort gebunden – nur an die Qualität des Internets –, zum anderen ältere Menschen, die etwa ein Haus geerbt haben oder zurück zu ihren Wurzeln ziehen wollen.

Auch da gibt es zwei Seiten: Einerseits die Attraktivität der ländlichen Räume, andererseits eine zunehmende Unattraktivität der Großstädte, was im Wesentlichen mit schwer bezahlbarem Wohnraum zu tun hat.

Quelle: Ariane Sept, „Ländliche Regionen nicht zu früh aufgeben“, Sandra Schieck, Saarländischer Rundfunk, 14.11.2020

Und letztlich sei die Internetverbindung hier eines der ausschlaggebenden Argumente, wie Ariane Sept bestätigt. Außerdem müsse der oder die Arbeitgeber:in hier auch mitspielen, Stichwort flexible Arbeitszeiten. Dann sind es noch die weichen Standortfaktoren, wie Schulen, Kitaplätze und der ÖPNV.

Aber – ein einwohnerschwaches Dorf macht noch keinen Leerstand, betont Sept. In Häusern, in denen vorher Großfamilien lebten, gestalten nun einzelne Menschen ihren Lebensraum. Und was ist eigentlich mit denen, die zum Studium wegziehen und sich überlegen, wieder zurück zu kommen? ClIfFhÄnGeR!

Das ganze Interview, das ich euch sehr ans digitale <3 lege, findet ihr hier. Das wissenschaftliche Paper zur Studie gibt es Open Access hier.

Und da ich jetzt einen Ohrwurm habe, teile ich den natürlich auch gerne mit euch. Community-Denken, ihr wisst schon:

Wuppertal: Irgendwo zwischen Verödung und urbaner Utopie

„Wuppertal – für manche das San Francisco des Bergischen Landes“ – heißt es bei den Tagesthemen. Ooooook, ich lasse das mal unkommentiert so stehen. Die Kolleg:innen der Öffentlich-Rechtlichen haben sich die Stadt mal näher angeschaut. Das wirklich sehenswerte Ergebnis findet ihr hier. Spoiler: Auch Wuppertal hat es nicht leicht, aber es gibt Platz für urbane Utopien.

Worum geht’s: Strukturwandel, Billigketten, Leerstand – was sich in Wuppertal abspielt, passiert so oder in anderer Form in etlichen deutschen Kleinstädten. Umso wichtiger sind lokale Kreative wie David Becher, der, als Teil eines Kollektivs „selbsternannter Städteplaner“ wie es im Off heißt, das alte, vor zehn Jahren stillgelegte Bahnhofsgebäude Wuppertal-Mirke mit neuem urbanen Leben füllen will – Auftritt Utopiastadt. Die Aktivist:innen haben für ihr Projekt nach und nach 40.000 Quadratmeter Brachland gekauft.

Innovationslabor & Kreativhub – auch das ist Wuppertal

Dabei helfen mitunter rund 100 Freiwillige. Der alte Wartesaal soll zur Eventfläche umgestaltet werden, natürlich für die Zeit nach Corona. Außerdem sollen hier Filme entstehen, offene Werkstätten für alle. Kurzum: Es geht um die Wiederbelebung eines ganzen Viertels. Und dafür braucht es unter anderem Lebensmittel, wie David Becher im Film erzählt. Das Areal soll also nicht nur urbaner Hotspot sein, sondern auch ein Innovationslabor, das herausfinden will, wie sich moderne Städte eigenständig ernähren können.

Was außerdem in der urbanen Utopie alles möglich sein kann, findet ihr im Video hier. Mehr Infos zu Utopiastadt und den Creative Spaces in NRW gibt’s hier und hier.

Übrigens: Am 27. November, ab 14 Uhr, gibt’s den digitalen Auftakt des Projekts Neue Urbane Produktion von Utopiastadt. Das Projekt „fördert und vernetzt Ideenträger:innen, Gründer:innen, Unternehmen und moderne Manufakturen im bergischen Städtedreieck“, heißt es auf dem Blog. Zur Anmeldung geht’s hier.

Und hier direkt der Tagesthemen-Beitrag:

Wettbewerb: Jugend entscheidet – mit der Kommune

Demokratie soll(t)en nicht nur die Erwachsenen können – auch für Jugendliche ist ein demokratischer Entscheidungsprozess ein wichtiger Bildungsbaustein. Das will die Hertie-Stiftung mit dem Wettbewerb Jugend entscheidet fördern. Dabei verpflichtet sich eine kleine Kommune, eine lokalpolitische Entscheidung zusammen mit Jugendlichen zu treffen.

Worum geht’s: Der Wettbewerb Jugend entscheidet sucht zehn Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohner:innen, die zusammen mit Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren eine Entscheidung zu einem lokalpolitischen Thema treffen wollen. Dabei gehe es vor allem um das gemeinsame Durchlaufen der politischen Entscheidungsfindung, heißt es auf der Website. Unterstützung für die Kommunen gibt es von erfahrenen Prozessbegleiter:innen und für die Jugendlichen stehen Partner:innen von „Politik zum Anfassen“ bereit.

Förderung demokratischer Prozesse

Dafür können sich Kommunen noch bis zum 4. Dezember 2020 bewerben, mit einem Online-Formular und einem kurzen Bewerbungsvideo des oder der Bürgermeister:in – und zwar hier. Wer bereits Erfahrungen mit Projekten, wie einem Jugendforum hat, darf nicht teilnehmen. Außerdem gibt es von der Hertie-Stiftung 5000 Euro an Zuschüssen für Veranstaltungen im Rahmen des Projekts.

Und gratis dazu: Kommunen geben Jugendlichen das Gefühl, dass ihre Stimme zählt und, dass sie etwas bewegen können. Das Gefühl des Gehörtwerdens kann so manche:n davor bewahren, an entscheidenden Stellen rechts abzubiegen – ich sag’s nur.

Neuer Digitale Provinz-Podcast mit Antonia Widmer von Allgäu Digital

Diese Woche ist der neue Digitale Provinz-Podcast erschienen – nicht nur mit mir, sondern vor allem mit Antonia Widmer. Sie ist die Leiterin des digitalen Gründer:innenzentrums Allgäu Digital, das in der Stadt Kempten die Gründerszene unterstützt. Warum die Region und auch alteingesessene Unternehmen davon profitieren und was das mit dem typischen Allgäuer Mächlertum zu tun hat, erfahrt ihr im Podcast.

Tschüss & immer schön die Fakten checken

Letzte Meldung noch bevor es auf das Sofa geht. Ihr kennt sicherlich Coconat, das Work-Retreat-Projekt in Brandenbuuurg. Wen ihr vielleicht noch nicht kennt: Frau Lindy. Sie ist einer der Stars des … Trommelwirbel … Chickens of Coconat Kalender 2021 von Coconat. Ja, ganz im Ernst und ihr könnt euch vorstellen, was in 2021 bei Digitale Provinz an der Wand hängen wird. Schaut – und hört – mal hier:

Ihr wollt Hühner für die Wand? Kein Problem, schreibt eine Mail an: workation@coconat-space.com.

Macht’s gut und bleibt digital <3 !

Auf dem Bild ist ein silberens MacBook Pro zu sehen, das auf einem Holztisch steht. Auf dem Bildschirm ist der Schriftzug Weekly zu lesen, links daneben steht das Digitale Provinz-Logo, rechts vom Schriftzug ist das Korrektur NachOben-Logo. Links neben dem MacBook Pro liegt eine Sonnenbrille, Kopfhörer und ein Smartphone.

Digitale Provinz ist ein Projekt von Korrektur NachOben.

Die Grafik zeigt das Logo der Agentur Korrektur NachOben. Auf einem schwarzen Würfel stehen in weißer Schrift die drei Buchstaben k, n und o. Neben dem Würfel steht in schwarzer Schrift Korrektur NachOben.

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